Unimicron schließt sein Werk in Geldern: 240 Beschäftigte verlieren ihren Job, die IHK Niederrhein warnt vor einem Alarmsignal für die Industrie.
Schlechte Nachrichten für Geldern am Niederrhein: Der Leiterplattenhersteller Unimicron Germany macht dicht. Die Gesellschafterin hat die Auflösung der Unimicron Germany GmbH zum 1. November beschlossen. Rund 240 Beschäftigte verlieren dadurch ihren Job. Wie radiokw.de berichtet, handelt es sich um eine freiwillige Liquidation und nicht um eine Insolvenz. Das Unternehmen selbst nennt anhaltende Verluste und ein schwieriges Marktumfeld als Gründe für den Schritt.
Ganz von heute auf morgen ist aber niemand ohne Job: Die Produktion soll im ersten Halbjahr 2027 schrittweise auslaufen. Neue Aufträge nimmt Unimicron nach eigenen Angaben aber schon jetzt nicht mehr an. Für die Belegschaft in Geldern beginnen nun die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan.
Die Niederrheinische IHK reagiert mit deutlicher Sorge auf die Werksschließung. Hauptgeschäftsführer Stefan Dietzfelbinger bezeichnet die Entwicklung als Alarmsignal für den Industriestandort Niederrhein. „Unsere Unternehmen stehen massiv unter Druck. Das zeigt die angekündigte Schließung des Unimicron-Werks in Geldern einmal mehr“, so Dietzfelbinger laut radiokw.de. Er fordert von der Politik wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und einen verlässlichen Rahmen für Investitionen.
Die Schließung reiht sich damit in eine größere Debatte um den Industriestandort NRW ein. Für die Region bedeutet das Aus von Unimicron erstmal vor allem eins: Unsicherheit für 240 Familien, die jetzt wissen müssen, wie’s für sie beruflich weitergeht.
Im Fokus stehen jetzt die Verhandlungen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmervertretung. Ziel ist ein Interessenausgleich und ein Sozialplan, der die Folgen für die Beschäftigten abfedern soll. Bis die Produktion 2027 tatsächlich endgültig eingestellt wird, bleibt zumindest noch etwas Zeit, um sich beruflich neu zu orientieren.
Klar ist aber auch: Die Schließung zeigt, wie angespannt die Lage für viele Industriebetriebe am Niederrhein gerade ist. Die IHK Niederrhein nutzt den Fall, um nochmal mit Nachdruck auf strukturelle Probleme wie hohe Energiekosten und Bürokratie hinzuweisen, die aus ihrer Sicht Unternehmen in der Region zunehmend belasten.
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