Nach Angriffen auf Einsatzkräfte setzt die Polizei Köln an Halloween Wasserwerfer ein. Alle Infos zur Lage, den Kontrollen und was jetzt gilt im Überblick.
Was als angemeldete Kundgebung zu Bildung, Wehrpflicht und bezahlbarem Leben startete, ist am Halloween-Samstag in Köln ordentlich eskaliert. Wir hatten euch in einem früheren Beitrag schon erzählt, dass sich Köln mit einem Mega-Aufgebot an Polizeikräften auf die „Gen Z regelt“-Demo und die Halloween-Nacht vorbereitet hat – mit rund 15.000 erwarteten Teilnehmenden war schon vorher klar: Das wird kein ruhiger Abend.2
Und genau so ist es dann auch gekommen. Die Kundgebung am Konrad-Adenauer-Ufer startete gegen 14.15 Uhr noch friedlich, doch schon während der Versammlung vermummten sich einzelne Teilnehmende und zündeten Pyrotechnik. Die Polizei entschied daraufhin, dass die Kundgebung nicht als Aufzug durch die Stadt weitergehen durfte. Gegen 16 Uhr erklärte die Versammlungsleiterin die Demo für beendet.1
Richtig brenzlig wurde es danach: Im Nachgang der Versammlung kam es zu Angriffen auf die Einsatzkräfte. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Wasserwerfern gegen die Störergruppen. Ein Polizeibeamter wurde dabei an der Hand verletzt und konnte seinen Dienst nicht mehr fortsetzen. Die Polizei hat mittlerweile mehrere Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen tätlichem Angriff auf Polizeibeamte und schwerem Landfriedensbruch.1
Am Thürmchenswall mussten daraufhin mehrere hundert Personen zur Identitätsfeststellung kontrolliert werden. Weil diese Maßnahmen länger dauern, hat die Polizei die Betroffenen sogar mit Getränken versorgt und mobile Toiletten organisiert – kein Scherz, so ernst wurde die Lage genommen.1
Die Polizei Köln bleibt auch nach Einbruch der Dunkelheit mit starken Kräften im Stadtgebiet präsent. Einsatzkräfte gehen Hinweisen nach, dass vereinzelt unfriedliche Kleingruppen durch die Innenstadt ziehen. Zum Glück: Bislang ist es nicht zu Plünderungen oder größeren Sachbeschädigungen gekommen.1
Einsatzleiter Martin Lotz machte klar, worum es jetzt geht: Man werde auch weiterhin mit starken Kräften präsent sein, Angriffe auf Einsatzkräfte und unbeteiligte Personen würden nicht akzeptiert. Ziel sei es, die Sicherheit der Menschen in Köln und Leverkusen auch in den kommenden Stunden zu gewährleisten. Außerdem appellierte er an alle, ruhig zu bleiben, den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen und auf jegliche Gewalt zu verzichten.1
Die Polizei bittet unbeteiligte Personen eindringlich, sich nicht mit denjenigen zu solidarisieren, gegen die polizeiliche Maßnahmen laufen. Wer verdächtige Beobachtungen in der Innenstadt macht oder Hinweise auf gewalttätige Gruppen geben kann, soll sich über den Notruf 110 melden.1
Fest steht: Aus der ursprünglich angemeldeten Kundgebung und den Halloween-Feierlichkeiten ist ein handfester Großeinsatz geworden. Ob und wie sich die Lage im Laufe der Nacht noch weiter entwickelt, bleibt abzuwarten – wir halten euch auf dem Laufenden.
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