Nach GenZ-Protesten auf der Kölner Domplatte eskalierte die Lage: Pyro-Würfe gegen Polizei, Wasserwerfer im Einsatz. Auch andere Städte betroffen.
Was eigentlich als friedlicher Jugendprotest geplant war, ist in Köln aus dem Ruder gelaufen. Am Samstag demonstrierten zehntausende junge Menschen bundesweit unter dem Motto „GenZ regelt“ gegen Sparpolitik, marode Schulen und die geplante Wehrpflicht – auch in Köln war die Domplatte Schauplatz der Kundgebung. Doch nach Ende der offiziellen Demo kippte die Stimmung. Wie der stern berichtet, warfen Teilnehmer Pyrotechnik gegen die eingesetzten Beamten. Die Kölner Polizei reagierte darauf mit dem Einsatz von Wasserwerfern, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.
Köln war an diesem Abend kein Einzelfall. Laut stern kam es auch in Frankfurt, Hamburg, Bonn, Bremen und Karlsruhe zu teils heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. In Frankfurt wurden Beamte mit Böllern und Steinen beworfen, dort war sogar ein Polizei-Hubschrauber im Einsatz. In Hamburg setzte die Polizei am Steintorplatz ebenfalls einen Wasserwerfer ein, nachdem Einsatzkräfte mit pyrotechnischen Gegenständen angegriffen wurden. In Bonn wurde ein Beamter bei einer Auseinandersetzung mit einer Gruppe leicht verletzt, in Bremen attackierten Jugendliche Polizisten nach Ende der Demo mit Tritten, Schlägen und Flaschen.
Auch der Tages-Anzeiger beschreibt, wie sich die Proteste am frühen Abend in mehreren Städten zuspitzten. Nach Angaben des Schweizer Mediums kam es unter anderem in Köln, Frankfurt, Stuttgart, Leipzig und Bremen zu Angriffen auf Sicherheitskräfte und dem Zünden von Pyrotechnik, nachdem die eigentlichen, bewilligten Kundgebungen am Nachmittag größtenteils friedlich verlaufen waren.
Die eigentlichen „GenZ regelt“-Demos selbst blieben nach Behördenangaben überwiegend friedlich. Bundesweit nahmen zehntausende Menschen teil, die Initiative selbst sprach von rund 120.000 Teilnehmern in ganz Deutschland. Nach Angaben des Tages-Anzeiger distanzierte sich das Netzwerk „Gen Z regelt“, das auch unter dem Namen „Gen Z steht auf“ auftritt, ausdrücklich von Gewalt und Extremismus: „Wir sind gegen jede Form von Gewalt“, heißt es demnach auf der Website des Bündnisses.
Die Probleme begannen offenbar erst, nachdem sich die offiziellen Veranstalter zurückgezogen hatten. Laut stern äußerte sich dazu auch Andreas Roßkopf, Vorsitzender für den Bereich Bundespolizei bei der Polizeigewerkschaft, gegenüber der „Rheinischen Post“: Die Proteste der Gen Z hätten sich als sehr friedlich herausgestellt, erst nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltungen habe sich die Lage in einigen Städten zugespitzt. Verantwortlich dafür seien „autonome und zum Teil vermummte Personen“ gewesen.
Diese Entwicklung kam für die Sicherheitsbehörden nicht völlig überraschend. Wie der stern berichtet, hatten deutsche Sicherheitsbehörden bereits im Vorfeld vor einer möglichen Unterwanderung der Proteste durch linksextreme Kräfte gewarnt. Auch der Tages-Anzeiger weist darauf hin, dass im Vorfeld online bereits Kanäle kursierten, die wie offizielle Auftritte des Netzwerks wirkten, aber deutlich martialischer auftraten – teils mit Verweis auf die gewalttätigen Proteste in Frankreich als Vorbild.
In Berlin, wo es ebenfalls zu Ausschreitungen kam, hatte sich laut Tages-Anzeiger nach der offiziellen Demo eine unbewilligte Kundgebung formiert, der sich schätzungsweise 500 Menschen anschlossen. Dort flogen Böller und es wurde Pyrotechnik gezündet. Die Polizei sprach zudem von vereinzelten Eier- und Flaschenwürfen aus der Menge.
Die Bilanz des Protesttags fällt gespalten aus: Während die eigentlichen „GenZ regelt“-Demonstrationen nach Behördenangaben größtenteils friedlich blieben, sorgten militante Gruppen nach deren Ende in mehreren deutschen Städten – darunter auch Köln – für gewaltsame Zusammenstöße mit der Polizei. Die Domplatte reiht sich damit in eine lange Liste von Orten ein, an denen die Lage am Samstagabend eskalierte.
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