Tausende junge Menschen demonstrierten in NRW für Bildung, Klimaschutz und gegen die Wehrpflicht – in Köln eskalierte die Lage mit Wasserwerfer-Einsatz.
Am Samstag war echt was los in NRW: Mehrere Tausend junge Leute haben sich den Jugend-Demonstrationen angeschlossen, die von der Gruppe „Gen Z regelt” organisiert wurden.1 Worum ging’s? Um Themen, die wirklich jeden von uns betreffen – Bildung, bezahlbares Leben, Klimaschutz und die Ablehnung einer möglichen Wehrpflicht.1 In mehreren Städten liefen die Versammlungen größtenteils friedlich ab, auch wenn hier und da Pyrotechnik gezündet wurde.1
Marie Hacker von der Landesschülerinnenvertretung NRW brachte es im WDR-Interview am Rande der Demo in Köln auf den Punkt: „Die Hauptbotschaft ist: Hört den jungen Menschen zu, aber setzt ihre Themen und ihre Anliegen auch um.” Die 17-Jährige fordert jetzt politisches Handeln nach dem Protest.1
Während es in den meisten Städten ruhig blieb, lief in Köln einiges aus dem Ruder. Die Polizei musste dort einen Wasserwerfer einsetzen, nachdem Demonstrierende die Einsatzkräfte angegriffen hatten.1 Aus der Menge flogen Pyrotechnik und Steine auf die Beamten – ein Polizist wurde dabei an der Hand verletzt und musste seinen Dienst abbrechen. Ein Demo-Teilnehmer wurde festgenommen, es wird wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt.1
Am Rheinufer, wo die Demo stattfand, setzte die Polizei am Abend rund 600 Demonstrierende in einem Abschnitt fest, in einem anderen weitere 100 – die Personalien wurden danach aufgenommen.1 Zusätzlich meldeten sich aus verschiedenen Stadtteilen dunkel gekleidete Gruppen von teils 30 bis 40 Personen, die randalierten, gegen Wände traten und Pyrotechnik zündeten. Sogar ein Container soll angezündet worden sein.1 Am Abend nahm die Polizei außerdem eine Gruppe von etwa 50 Personen auf der Hohen Straße fest. Plünderungen gab’s laut Polizei aber keine.1 Zur Teilnehmerzahl in Köln gibt’s übrigens unterschiedliche Angaben: Die Polizei sprach von mehreren Tausend, ein Gen-Z-Vertreter nannte sogar 15.000.1
In Essen zog die Polizei ein positives Fazit – von den 3.500 Teilnehmenden verhielt sich die große Mehrheit friedlich, auch wenn fünfmal Pyrotechnik gezündet wurde und es drei Anzeigen wegen Beleidigung gab.1 In Düsseldorf nahmen über 1.000 Menschen am Protestzug teil – kurzzeitig gab’s eine Unterbrechung auf der Königsallee, weil die Spitze des Zuges in die falsche Straße eingebogen war. Danach ging’s einfach weiter zum Rheinufer.1
In Aachen demonstrierten etwa 1.500 Personen, grundsätzlich war die Lage friedlich – nur gegen einen Mann, der Pyrotechnik zündete, und einen weiteren wegen verfassungswidriger Kennzeichen gab’s Anzeigen.1 In Bielefeld blieb die Teilnehmerzahl unter den angemeldeten 3.000, der Protest verlief friedlich und ordnungsgemäß. Allerdings gab’s einen Notfall mit einem verletzten Mann, bei dem ein Zusammenhang mit Pyrotechnik nicht ausgeschlossen wurde. Etwa 20 Menschen verschafften sich später Zugang zu einem leerstehenden Kasernengebäude und zeigten Banner mit der Aufschrift „Wohnraum schaffen statt Waffen” – strafbares Verhalten gab’s dabei laut Polizei nicht.1
In Bonn kamen rund 500 Menschen im Hofgarten zusammen, obwohl vorab keine Versammlung angemeldet war. Aus einer Gruppe von etwa 20 Personen wurde später Pyrotechnik gezündet, drei Personen erhielten Strafanzeigen.1 In Dortmund zogen etwa 700 Menschen mit – im Nachgang zündeten Jugendliche Pyrotechnik und wurden später von der Polizei aufgegriffen. Außerdem gab’s einen Angriff auf zwei Kinder (14 und 15 Jahre alt), beide wurden verletzt und mussten ins Krankenhaus.1
In Wuppertal verlief alles friedlich und störungsfrei, rund 500 Menschen waren dabei.1 In Münster zogen etwa 1.700 Demonstrierende durch die Innenstadt, auch hier gab’s einen Pyrotechnik-Vorfall, aber ohne Verletzte – der Verursacher konnte nicht ermittelt werden.1
Unterm Strich zeigt sich: Die Gen-Z-Demos in NRW waren größtenteils ein friedliches Zeichen dafür, dass junge Leute gehört werden wollen. Die Zusammenstöße in Köln und vereinzelte Zwischenfälle in anderen Städten zeigen aber auch, wie schnell aus Protest Eskalation werden kann. Was jetzt zählt: Ob aus den lauten Forderungen auch echte politische Antworten werden.
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