Die Polizei hat die Eltern von Findelbaby Alina aus Beckum ermittelt – doch beide sind wieder auf freiem Fuß. Alle Hintergründe zum bewegenden Fall.
Rund einen Monat nachdem ein totes Baby in Beckum gefunden wurde, gibt’s jetzt News im Fall: Die Polizei hat die Eltern des kleinen Mädchens ermittelt, das von Ermittlerinnen und Ermittlern liebevoll „Alina“ genannt wurde.1 Laut Staatsanwaltschaft Dortmund handelt es sich um eine 42-jährige Frau und einen 37-jährigen Mann. Beide wurden vorläufig festgenommen, ihre Wohnung in Hamm wurde durchsucht.1
Der Clou an der Sache: Ein dringender Tatverdacht besteht gegen die beiden nicht. Deshalb sind Mutter und Vater inzwischen wieder auf freiem Fuß. Der Mann wurde am Dienstag aus dem Polizeigewahrsam entlassen, die Frau einen Tag später.1
Ein DNA-Abgleich hat die Ermittler zuerst zum Vater geführt – seine Spuren waren am toten Baby gefunden worden. Der 37-Jährige war schon polizeibekannt, über ihn kamen die Beamten dann auch auf die Kindsmutter.1 Weil die beiden in Hamm wohnen, liegt der Fall jetzt nicht mehr bei der Staatsanwaltschaft Münster, sondern bei der Behörde in Dortmund.1
Bei der Obduktion des Säuglings gab’s Hinweise auf mögliche Gewalteinwirkung – das Baby hatte knöcherne Verletzungen im Gesicht. Woher die kommen, ist allerdings noch unklar.1 Die Mutter hat in den Vernehmungen ausgesagt, dass sie ihre Schwangerschaft komplett verheimlicht und das Kind allein zu Hause zur Welt gebracht hat.1
Felix Giesenregen von der Staatsanwaltschaft Dortmund erklärt dazu: „Die bisherigen Befunde sprechen dafür, dass das Kind nicht gelebt hat.“ Und weiter: „An einem toten Säugling kann man auch kein Tötungsdelikt begehen.“1 Das würde erklären, warum die Eltern trotz der Festnahme wieder freikommen konnten.
Das Baby war am 26. September an einem Feldweg in Beckum gefunden worden. Wochenlang war unklar, wer die Eltern sind. Mitte Oktober wurde „Alina“ schließlich auf einem Friedhof in Beckum beigesetzt – mehr als 100 Menschen kamen zur Abschiedsfeier, um der Kleinen die letzte Ehre zu erweisen.1 Das zeigt, wie sehr der Fall die Menschen in der Region bewegt hat.
Fälle wie dieser machen deutlich, wie aufwändig und komplex Ermittlungsarbeit sein kann. Gleichzeitig tut sich bei der Polizei in NRW auch auf anderen Gebieten einiges: In einem früheren Beitrag haben wir schon berichtet, wie die Polizei Leverkusen ihren Video-Service zum Anzeige erstatten ausbaut.2 Für kleinere Delikte wie Diebstahl, Sachbeschädigung oder Betrug könnt ihr euch dort montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr per Videochat melden, statt extra zur Wache zu fahren.2 Klar, bei einem Fall wie dem von „Alina“ greift so ein Service nicht – aber er zeigt, dass die Polizei in NRW auch digital immer mehr Möglichkeiten schafft, um näher an den Menschen zu sein.
Der Fall des toten Babys aus Beckum bleibt tragisch und bewegend zugleich. Auch wenn die Eltern jetzt wieder frei sind, ist der Fall für die Ermittler noch lange nicht abgeschlossen. Klar ist: Die Geschichte von „Alina“ wird noch länger nachwirken – sowohl bei den Ermittlungsbehörden als auch bei den vielen Menschen, die sich von ihr verabschiedet haben.
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