Der Rhein-Kreis Neuss bündelt sein Straßenverkehrsamt auf zwei Standorte in Neuss und Grevenbroich.
Im Rhein-Kreis Neuss steht das Straßenverkehrsamt vor einem größeren Umbau. Wie der Rhein-Kreis Neuss mitteilt, hat der Kreisausschuss am 4. November die Umsetzung einer neuen Dienststellenstruktur beschlossen. Statt bislang vier Standorten soll es künftig nur noch zwei geben: Neuss und Grevenbroich. Die Dienststellen in Dormagen und Meerbusch sollen schrittweise aufgegeben werden, bis spätestens Ende 2027.
Laut Kreisverwaltung werden die Beschäftigten aus Dormagen und Meerbusch dabei nicht eingespart, sondern an den verbleibenden Standorten eingesetzt. Ziel sei es, Personal und Infrastruktur effizienter zu bündeln und so insgesamt mehr Termine anbieten zu können.
Der Rhein-Kreis Neuss ist nach eigenen Angaben aktuell der einzige Kreis in Nordrhein-Westfalen, der noch vier Dienststellen für sein Straßenverkehrsamt betreibt. Mit Blick auf die Kreisfläche von rund 576 Quadratkilometern und rund 458.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sei eine Struktur mit zwei Standorten angemessen, heißt es in der Pressemitteilung. Auch Kreise mit mehr Einwohnern oder vergleichbarer Fläche kämen demnach mit ein bis zwei Standorten aus.
Schon jetzt würden laut Kreisverwaltung 72,8 Prozent aller gebuchten Termine in Neuss und Grevenbroich wahrgenommen, auf Dormagen entfielen 19,8 Prozent, auf Meerbusch 7,3 Prozent. Zudem zeige sich, dass Wohnort und genutzte Dienststelle oft nicht übereinstimmen: In Meerbusch kämen nur 45 bis 50 Prozent der Terminbuchungen von Bürgerinnen und Bürgern mit Wohnsitz vor Ort, in Dormagen stammten sogar 75 bis 80 Prozent der Vorgänge von außerhalb.
Neben der Standortbündelung setzt der Rhein-Kreis Neuss auf den Ausbau digitaler Dienstleistungen. Die internetbasierte Fahrzeugzulassung (i-Kfz) habe sich von 2024 bis zur Prognose für 2026 mehr als verdreifacht, von 9.749 auf 29.945 Vorgänge. Bereits zum 30. September 2026 sei mehr als jeder vierte Zulassungsvorgang digital erledigt worden, Tendenz steigend.
Laut Kreisverwaltung soll die internetbasierte Fahrzeugzulassung im Zuge der sogenannten Föderalen Modernisierungsagenda ab Juli 2027 schrittweise zentral beim Kraftfahrt-Bundesamt angesiedelt werden, bis Ende 2028 sollen weitere Bereiche der Kfz-Zulassung folgen. Das dürfte die Aufgaben des Straßenverkehrsamtes vor Ort in den kommenden Jahren spürbar verändern.
Neben dem Serviceaspekt nennt die Kreisverwaltung auch wirtschaftliche Gründe für die Reform. Durch die Konzentration auf zwei Dienststellen erwarte man eine jährliche Entlastung von rund 128.000 Euro. Vorgänge in den kleineren Dienststellen Dormagen und Meerbusch seien aufgrund ihrer Größe etwa 20 Prozent teurer als in Neuss und Grevenbroich. Zudem sei an kleinen Standorten die Sicherstellung einer Mindestbesetzung bei Personalausfällen schwieriger, was zusätzlichen Koordinierungsaufwand verursache.
Die Kreisverwaltung räumt zugleich ein, dass für einen Teil der Kundinnen und Kunden künftig längere Wege entstehen können. Dies betreffe laut Kreisverwaltung aber überwiegend Dienstleistungen, die nicht regelmäßig oder besonders häufig persönlich in Anspruch genommen werden müssten, zumal immer mehr Zulassungsvorgänge vollständig digital abgewickelt werden könnten.
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