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Art Cologne 2026: Junge Galerien im Sektor NEUMARKT sorgen für frischen Wind
6. November 2026

Art Cologne 2026: Junge Galerien aus New York, Mailand, Zürich, Oslo und London sorgten im Sektor NEUMARKT für frische Entdeckungen und neue Perspektiven.

Die älteste Kunstmesse der Welt zeigt sich jung

Bis Sonntag stellten mehr als 160 Galerien und Kunsthändler aus 22 Ländern auf der Art Cologne aus – genauer gesagt 164, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Die Preisspanne der gezeigten Werke reichte dabei von einigen tausend Euro bis hin zu Millionenbeträgen, etwa für Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner oder der im August verstorbenen japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. Doch neben den großen Namen gab es auch jede Menge frischen Wind: Im Sektor NEUMARKT der Messe zeigten junge Galerien aus Zürich, Mailand, Oslo, New York und London, wie unterschiedlich ihre Programme und Herangehensweisen sein können.

Von New York über Mailand bis Oslo

Nach Angaben der Art Cologne selbst bringt die New Yorker Galerie OSMOS Ausstellen und Publizieren eng zusammen. Gestartet 1997 als Projektraum in Berlin, entwickelte sich die Initiative unter Leitung von Cay Sophie Rabinowitz zu einer Mischung aus Galerie, Verlag und Nachlassarbeit mit Standorten in New York und den Catskills Mountains. In Köln präsentierte OSMOS unter anderem die 1949 geborene Fotografin Catherine DeLattre, deren Serie „Shoppers“ jahrzehntelang im Archiv lag, bevor sie wiederentdeckt wurde. Die Fotos dokumentieren das New Yorker Straßenleben der Jahre 1979 und 1980.

Auch die Mailänder Galerie CASTIGLIONI brachte internationale Verbindungen mit nach Köln: Galerist Luca Castiglioni leitete zuvor die Galerie Boatos in São Paulo, bevor er 2018 seinen eigenen Raum eröffnete. Der Austausch zwischen italienischen und brasilianischen Künstlerpositionen prägt sein Programm bis heute. Auf der Art Cologne zeigte er Arbeiten von Alessandro Carano und Giulio Bonfante.

Erfahrene Köpfe mit neuen Räumen

Dass eine neue Galerie nicht automatisch unerfahren sein muss, zeigt Anna Helwing. Ihre Zürcher Galerie eröffnete sie erst im Juni 2025 – zuvor hatte sie aber bereits eine eigene Galerie in Los Angeles geführt und war im VIP-Team der Art Basel sowie als Leiterin der Galerie Haas Zürich tätig. In Köln stellte sie Werke von Ina Gerken, einer ehemaligen Meisterschülerin von Katharina Grosse, sowie der britischen Textilkünstlerin Alice Kettle und der jungen Künstlerin Dara Maillard vor.

Ähnlich erfahren, aber mit neuem gemeinsamen Projekt traten Gard Eiklid und Petter Rusten auf: Im August 2025 gründeten sie die Galerie eiklid/rusten in Oslo, nachdem beide bereits jahrelang bei anderen norwegischen Galerien gearbeitet hatten. Auf der Messe zeigten sie Arbeiten von Yves Scherer, der Fotografien von Kate Moss mit eigenen Blumenaufnahmen zu Lentikulararbeiten verschränkt, sowie von Gunvor Nervold Antonsen, die mit der Kettensäge Formen aus gefällten Bäumen schneidet.

Die Londoner Galerie NISO rundete das Bild ab: 2021 als nomadisches Projekt zwischen London und Paris gestartet, eröffnete Gründer Nicolas Sorbac 2024 einen festen Raum in London. Sein Programm setzt auf Entdeckung und Wiederentdeckung – in Köln vertreten durch die lettische Künstlerin Amanda Ziemele, die 2024 den lettischen Pavillon der Venedig-Biennale gestaltete.

Politik will die Messe stärken

Zur Eröffnung der Messe erklärte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer laut dpa, der Bund habe ein Interesse daran, dass die älteste Kunstmesse der Welt wachse und noch größere Strahlkraft entfalte. Zum 60-jährigen Bestehen der Art Cologne 2027 wolle der Bund seine Unterstützung erweitern, etwa durch einen Kongress, der Begegnungen von Kunst und Politik ermögliche. Details dazu müssten aber noch mit allen Beteiligten erarbeitet werden.

Art-Cologne-Direktor Daniel Hug blickte nach eigenen Angaben „vorsichtig zuversichtlich“ auf den Kunstmarkt, der sich in weiten Teilen konsolidiert habe, auch wenn Herausforderungen blieben. Weimer sah zudem Potenzial bei jungen Käufern: Die Generation Z sei für den Kunstmarkt „eine interessante perspektivische Hoffnung“, da sie in den USA bereits sehr aktiv als Kunstkäufer auftrete. In diesem Jahr kooperierte die Art Cologne außerdem mit der Kölner Museumsnacht – Messebesucher konnten am Samstag 13 teilnehmende Museen besuchen, umgekehrt konnten Museumsnacht-Ticketinhaber die Messe entdecken.

Quellen


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