NRW-Innenminister Herbert Reul spricht nach einer OP im Sommer undeutlich. Im Landtag erklärte er offen, wie es zu den Sprachproblemen kam.
Wer in letzter Zeit genau hingehört hat, dem ist es aufgefallen: NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) spricht anders als sonst. Jetzt hat der 74-Jährige selbst erklärt, was dahintersteckt. Zu Beginn einer Sitzung des Landtags-Innenausschusses gab er eine persönliche Erklärung zu seinem Gesundheitszustand ab, wie der WDR berichtet.
Der Grund für seine undeutliche Aussprache ist ein medizinischer Eingriff, den sich Reul in den Sommerferien vornehmen ließ. Hintergrund war eine zitternde Hand, die ihn offenbar schon länger störte. Dieses Problem ist seitdem zwar beseitigt, dafür kämpft Reul aber seither mit Sprachproblemen.
Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur, die von welt.de aufgegriffen wurden, sagte Reul im Ausschuss, er habe seit der OP „dieses sprachliche Problem, wo wir noch nicht genau wissen, was es ist, warum es entstanden ist“. Eine klare Erklärung für die Ausspracheprobleme gibt es also bisher nicht.
Möglicherweise spielt dabei auch eine Rolle, dass Reul sich nach dem Eingriff keine große Auszeit gegönnt hat. Wie er im Innenausschuss erklärte, sei er „sehr schnell aus dem Krankenhaus raus“ gewesen, weil zu der Zeit der Großbrand im Hürtgenwald wütete. Seinen Urlaub habe er deswegen gestrichen, weil er dachte, er müsse dabei sein.
Ganz wichtig war Reul dabei eine Botschaft: Rücktrittsgedanken oder eine Amtspause stehen für ihn nicht zur Debatte. „Ich bin gesund und munter, aber sprachlich etwas lädiert“, brachte er es laut welt.de auf den Punkt.
Im Ausschuss bekam der Innenminister für seine offenen Worte Rückenwind von allen Fraktionen. Die SPD-Abgeordnete Christina Kampmann wünschte ihm im Namen des gesamten Ausschusses eine schnelle Genesung, wie der WDR schildert. Dafür habe es Applaus von allen Seiten gegeben.
Die Fragen um Reuls Gesundheitszustand haben auch eine politische Dimension, schließlich ist er aktuell das älteste Mitglied im schwarz-grünen Kabinett. Zuletzt hatte er im WDR-Podcast „18 Millionen“ erklärt, dass er sich durchaus eine dritte Amtszeit als Innenminister vorstellen kann. Sollte die CDU nach der Landtagswahl an einer Regierungsmehrheit beteiligt sein und er gefragt werden, laute seine Antwort eher Ja.
Reul ist seit 2017 Innenminister von Nordrhein-Westfalen und zählt laut welt.de zu den beliebtesten und profiliertesten Kabinettsmitgliedern im Land. Bereits 1985 zog er erstmals in den Landtag ein – seine politische Karriere reicht also mehr als vier Jahrzehnte zurück.
Ob und wie sich die Sprachprobleme von Herbert Reul in Zukunft entwickeln, ist aktuell noch offen. Klar ist aber: Der Innenminister selbst will sich davon nicht aus der Bahn werfen lassen und bleibt weiterhin im Amt. Seine offene Art, mit dem Thema umzugehen, kam im Landtag jedenfalls gut an.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!