Starke Polizeipräsenz beim FC-Spiel gegen Leverkusen: Nach den Vorfällen im Gladbach-Derby wurde das Sicherheitskonzept in NRW komplett überarbeitet.
Derby-Sonntag in Köln, und ihr könnt euch denken: Da ist ordentlich was los. Beim Spiel des 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen stand die Sicherheit mal wieder voll im Fokus. Schon Stunden vor dem Anpfiff war klar: Hier wird nix dem Zufall überlassen.1
Die Stadion-Vorwiesen an der Aachener Straße wurden bereits um 12 Uhr mit Gittern unterteilt, der Bereich zur KVB-Haltestelle der Linie 1 komplett abgesperrt. Um 12.45 Uhr ging’s dann richtig zur Sache: Eine Reiterstaffel der Polizei postierte sich am Absperrgitter, dazu marschierten Einsatzkräfte in Vollmontur und jede Menge Sicherheitskräfte in blauen Westen auf. Wer da noch Zweifel hatte, ob das ernst gemeint ist, wurde eines Besseren belehrt.1
Der Grund für das Mega-Aufgebot: Szenen wie beim Derby gegen Mönchengladbach im Oktober sollen sich auf keinen Fall wiederholen. Damals waren Fans von Gladbach und Köln auf der Nordtribüne aneinandergeraten, Gästefans hatten sogar Leuchtraketen abgeschossen und dabei Sicherheitspersonal sowie Köln-Fans verletzt. Im Oberrang wurde außerdem eine Trennscheibe mit einem Nothammer zertrümmert – kein schöner Anblick für den deutschen Fußball.1
Als Reaktion darauf wurde das Sicherheitskonzept in NRW komplett überarbeitet. Schon im Sommer hatten die Vereine gemeinsam mit NRW-Innenminister Herbert Reul die sogenannte „Stadionallianz NRW“ ausgearbeitet. Ein Kernpunkt dabei: weniger massive Polizeipräsenz direkt im Stadion, dafür mehr Verantwortung für die vereinseigenen Sicherheitsdienste. Das Gladbach-Spiel hat aber gezeigt, dass es nur gemeinsam funktioniert – Polizei und Vereine müssen an einem Strang ziehen.1
Für das Spiel gegen Leverkusen wurde deshalb nochmal nachgeschärft. Reul selbst ist übrigens Bayer-Fan, da schaut er natürlich besonders genau hin. Die Gästefans sollten diesmal intensiver kontrolliert werden, damit weder Pyrotechnik noch Werkzeuge wie Nothämmer ins Stadion gelangen. Auch die Zahl der Sicherheitskräfte wurde erhöht – vor allem im Oberrang Nord, wo die rivalisierenden Fangruppen strikt getrennt bleiben sollen. An den Einlasstoren gab es zusätzlich mehr Ordner und frühzeitigere Einlasskontrollen.1
Bis zum Anpfiff verlief der Derby-Sonntag ruhig, und sowohl Polizei als auch die beiden Vereine hoffen natürlich, dass das so bleibt. Emotional darf’s auf dem Rasen trotzdem gerne zugehen – schließlich ist Fußball Leidenschaft pur. Aber eben fair und ohne gefährliche Ausschreitungen auf den Rängen. Das neue Sicherheitskonzept wird sich wohl noch bei einigen weiteren Spielen beweisen müssen, bevor man sagen kann: Problem gelöst.
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