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IG Metall Warnstreiks in Bielefeld: So war die Lage vor der nächsten Tarifrunde
8. November 2026

Von Gestamp bis zur Abschlusskundgebung: So lief die Warnstreikwoche der IG Metall in Bielefeld vor der nächsten Tarifverhandlung ab.

Bielefeld steht im Streik-Modus

Bielefeld war in den vergangenen Tagen mittendrin im größten Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie seit Langem. Angefangen hat alles beim Automobilzulieferer Gestamp: Dort legten rund 100 Mitarbeitende zum Schichtwechsel um 22:30 Uhr die Arbeit nieder und zogen mit Fahnen und Trillerpfeifen aus dem Werkstor. Wie der WDR berichtet, war das der Startschuss für eine ganze Streikwelle, die sich über mehrere Tage durch Nordrhein-Westfalen zog.

Immer mehr Betriebe machen mit

Was in Bielefeld begann, griff schnell auf weitere Standorte über. Laut WDR waren zeitweise rund 240 Unternehmen in NRW von Warnstreiks betroffen, darunter auch Benteler Maschinenbau in Bielefeld. Insgesamt sind in der Metall- und Elektroindustrie in NRW etwa 640.000 Menschen beschäftigt, zum Warnstreik aufgerufen waren in dieser Phase rund 100.000 davon. Auch Hella in Hamm, Siempelkamp in Krefeld und Reifenhäuser in Troisdorf gehörten zu den bestreikten Betrieben, ebenso Standorte in Dinslaken, Gelsenkirchen, Rietberg, Herford, Olpe, Lengerich, Wegberg und Iserlohn.

Worum es eigentlich geht

Der Streit dreht sich ums Geld. Nach der ergebnislosen zweiten Tarifrunde hatten die Arbeitgeber ein Angebot von 1,3 Prozent mehr Lohn vorgelegt. Für die IG Metall ist das deutlich zu wenig. Die Gewerkschaft fordert laut WDR mindestens fünf Prozent mehr Geld für Beschäftigte und Azubis bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, dazu eine soziale Komponente für niedrigere Entgeltgruppen sowie eine Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen.

Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW und Verhandlungsführer, wird vom WDR mit den Worten zitiert, die Arbeitgeber hätten die Chance vertan, ein Signal des Respekts an die Beschäftigten zu senden. Das Angebot komme zu spät, sei zu niedrig und solle die Beschäftigten zu lange von der Entgeltentwicklung abkoppeln.

Die Arbeitgeberseite sieht das anders

Auf der anderen Seite steht Arndt Kirchhoff, Präsident von Metall NRW. Er verteidigt laut WDR die 1,3 Prozent und verweist auf eine Krise in der Branche. Größere Lohnsprünge seien derzeit nicht drin, man müsse vor allem eine drohende Deindustrialisierung stoppen. Als Beleg führt er eine Oktober-Umfrage unter Mitgliedsunternehmen in NRW an, laut der 44 Prozent ihre Geschäftslage als schlecht einstufen und nur 17 Prozent als gut.

Kundgebung bei Gestamp als Schlusspunkt

Nach einer Woche voller Aktionen endete die Warnstreikwoche in Bielefeld dann dort, wo sie begonnen hatte: bei Gestamp. Wie Radio Bielefeld berichtet, fand am Freitagmorgen, dem 6. November, eine Kundgebung bei Gestamp statt, mit der die Bielefelder Warnstreikwoche abgeschlossen wurde. Laut Gewerkschaft hatten sich in den Tagen zuvor zahlreiche Beschäftigte aus Bielefelder Industriebetrieben an Warnstreiks und Aktionen in der Stadt beteiligt. Ziel war es, noch vor der nächsten Tarifverhandlung Druck auf die Arbeitgeberseite aufzubauen.

Wie es weitergeht

Die dritte Verhandlungsrunde zwischen IG Metall und den Arbeitgebern begann laut WDR am 9. November. Bundesweit arbeiten in der Branche rund 3,7 Millionen Menschen, betroffen von den Warnstreiks waren vor allem Auto- und Maschinenbau sowie die Elektro- und Metallerzeugung. Ob sich beide Seiten in der neuen Runde annähern, bleibt abzuwarten – für Bielefeld war die intensive Streikwoche erstmal vorbei, die Entscheidung über eine neue Lohnrunde liegt jetzt am Verhandlungstisch.

Quellen


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