Über 30 Schülerlotsen am Werner-Jaeger-Gymnasium sichern den Schulweg in Nettetal – mit Unterstützung von Polizei, Stadt und Kreisverkehrswacht Viersen.
In Nettetal setzen sich über 30 Schülerinnen und Schüler des Werner-Jaeger-Gymnasiums als Schülerlotsen für mehr Sicherheit auf dem Schulweg ein. Auf der Wevelinghover Straße in Lobberich wurden sie von Polizeihauptkommissarin Daniela Michiels für ihre Aufgabe geschult. Wie das Heinsberg-Magazin berichtet, gab es zunächst eine theoretische Einweisung, bevor die Jugendlichen die praktischen Abläufe des Lotsendienstes direkt vor Ort trainierten.
Von dem Einsatz der Lotsen-Teams profitieren nicht nur die Schülerinnen und Schüler des WJG selbst, sondern auch Kinder einer benachbarten Grundschule, die auf ihrem Schulweg an der gesicherten Stelle die Straße queren können. Organisiert wird das Engagement von den Lehrern Herr Michiels und Herr Bullderdiek. Laut Heinsberg-Magazin melden sich jedes Jahr aufs Neue mehr als 30 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 freiwillig für diese ehrenamtliche Aufgabe – auch dann, wenn sie eigentlich frei hätten, etwa an einem pädagogischen Tag.
Die Stadt Nettetal und die Kreisverkehrswacht Viersen stehen der Schule dabei zur Seite: Sie stellen die nötige Ausrüstung zur Verfügung und organisieren gemeinsam mit den Lotsen einen Ausflug. Einmal im Jahr können die Jugendlichen zudem am Schülerlotsen-Landeswettbewerb teilnehmen, den die Landesverkehrswacht NRW ausrichtet. Dort wird unter anderem das Wissen rund um Verkehrssicherheit und das richtige Verhalten in kritischen Situationen getestet. Wer besonders gut abschneidet, darf sich sogar für den Bundeswettbewerb qualifizieren.
Im Kreis Viersen engagieren sich nach Angaben der Kreispolizeibehörde viele Schülerinnen und Schüler als Lotsen – und auch Eltern übernehmen an zahlreichen Schulen ehrenamtlich den Lotsendienst. Dieses Engagement trage maßgeblich dazu bei, den Schulweg für viele Kinder sicherer zu machen.
Das Engagement der Schülerlotsen reiht sich ein in ein größeres Vorhaben der Stadt Nettetal: das schulische Mobilitätsmanagement. Wie die Stadt Nettetal mitteilt, führt die hohe Zahl an Autos im Umfeld von Schulen vielerorts zu Verkehrsproblemen und einem erhöhten Unfallrisiko. Deshalb arbeiten Schulen, Polizei, Eltern und Schülerinnen und Schüler gemeinsam an nachhaltigen Lösungen, die den Schulweg sicherer machen und gleichzeitig dem Klimaschutz dienen.
Konkret werden dabei sowohl infrastrukturelle Maßnahmen als auch Informations- und Kommunikationsangebote geprüft und umgesetzt. Dazu zählen etwa sicherere Überquerungsstellen, verbesserte Beschilderung sowie die Einrichtung sogenannter Hol- und Bringzonen, auch Elternhaltestellen genannt. An mehreren Nettetaler Schulen sind solche Zonen bereits eingerichtet worden, etwa an der KGS Hinsbeck, der KGS Lobberich und der KGS Am Königsbach. Sie sollen den sogenannten Elternverkehr direkt vor den Schulen reduzieren, indem Kinder dort aussteigen und den letzten Teil des Schulwegs sicher zu Fuß zurücklegen.
Die Stadt betont zudem die Vorteile eines selbstständig zurückgelegten Schulwegs: Er fördert die Selbstständigkeit, die Konzentrationsfähigkeit und die körperliche Fitness der Kinder, stärkt ihre verkehrsbezogenen Fähigkeiten und entlastet nebenbei die Umwelt. Außerdem gilt: Je mehr Kinder zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, desto sicherer wird der Schulweg für alle.
Ob durch die Arbeit der Schülerlotsen am Werner-Jaeger-Gymnasium oder durch infrastrukturelle Maßnahmen wie Elternhaltestellen und aktualisierte Schulwegpläne – in Nettetal ziehen Schulen, Stadtverwaltung, Polizei und Eltern an einem Strang, um den Schulweg für Kinder und Jugendliche sicherer zu gestalten. Die Polizei dankt dabei ausdrücklich dem Engagement der jungen Lotsinnen und Lotsen, die mit ihrem freiwilligen Einsatz einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten.
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