Neue Modellierungen zeigen: Nach Tagebau-Ende könnten die Grundwasserstände niedriger bleiben. Risiken für NRW und Umwelt.
Neue Modellierungen zeigen, dass die Grundwasserstände nach dem Ende des Braunkohletagebaus deutlich niedriger bleiben könnten als bisher angenommen. Dies zieht erhebliche Folgen für Natur, Wasserversorgung und die gesamte Region Mönchengladbach nach sich. Die Stadt fordert, dass dieses Thema im Braunkohlenplan deutlich behandelt wird (Stadt Mönchengladbach).
Eine zentrale Erkenntnis: Ohne dauerhafte technische Ausgleichsmaßnahmen könnte das Grundwasser in tagebaunahen Gebieten Mönchengladbachs erheblich tiefer liegen als vor Beginn des Bergbaus. Dabei reicht das Problem bis in das westliche Stadtgebiet. Die Nutzungskonkurrenz um das verbleibende Grundwasser würde steigen, Konflikte zwischen Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft und Industrie gelten als vorprogrammiert. Mit tieferen Brunnen allein sei das Problem nicht zu lösen, da das Dargebot insgesamt abnehmen würde (Stadt Mönchengladbach).
Zur Gewinnung von Braunkohle werden seit Jahrzehnten sogenannte Sümpfungsmaßnahmen durchgeführt, die den Grundwasserspiegel absenken. Das abgepumpte Wasser wird an anderer Stelle eingeleitet, um den Wasserhaushalt von Flüssen, Feuchtgebieten und die Versorgung sicherzustellen. Bisher nahm man an, dass sich nach Schließung der Tagebaue ein „nachsorgefreier Naturhaushalt“ einstellt – also, dass sich das Grundwasserniveau in wenigen Jahrzehnten wieder auf alte Normalwerte einpendelt. Die aktuellen Modellierungen widersprechen dieser Annahme jedoch deutlich.
Gerade in Nordrhein-Westfalen spielt der Schutz der Wasserversorgung eine zentrale Rolle. Für die Naturschutzgebiete Mühlenbachtal, Knippertzbachtal und das Schwalmquellgebiet, die als Natura-2000-Gebiete besonders geschützt sind, könnten bereits wenige Zentimeter Abweichung beim Grundwasserstand dramatische Auswirkungen haben. Die Stadt Mönchengladbach hat daher auch die uneingeschränkte Rückendeckung des Stadtrats erhalten, um im Braunkohlenausschuss stärkere Schutz-Maßnahmen einzufordern (Stadt Mönchengladbach).
Die Verwaltung in Mönchengladbach fordert weiterführende und vertiefte Untersuchungen, um die ökologischen und wasserwirtschaftlichen Auswirkungen abzuklären. Offen ist auch die Finanzierungsfrage der notwendigen Ausgleichsmaßnahmen. Die Stadt betont, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht für die entstandenen Ewigkeitslasten aufkommen dürfen und erwartet hier schnelle und transparente Lösungen.
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