ADAC Staubilanz 2025: NRW mit neuen Stau-Spitzenwerten – Ursache, Fakten & Ausblick.
Nordrhein-Westfalen bleibt laut aktueller ADAC Staubilanz auch 2025 das Stauland Nummer eins in Deutschland. Reisende verbrachten hier im letzten Jahr fast 7.000 Tage im Stau oder in stockendem Verkehr – mehr als in jedem anderen Bundesland. Gründe sind insbesondere Baustellen, marode Brücken und hohe Verkehrsbelastung.
Die Gesamtlänge aller gemeldeten Staus in NRW stieg 2025 um drei Prozent auf fast 280.000 Kilometer. Die Staubelastung nahm um gut neun Prozent zu und lag bei 737.000 Kilometer mal Stunden. Autofahrer standen insgesamt knapp 168.000 Stunden im Stau – das sind rund 13.000 Stunden bzw. acht Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders betroffen waren die Autobahnen A1, A3, A4, A40 und A57. Die verkehrsreichsten Tage waren Dienstag, Mittwoch und Donnerstag; am Mittwoch wurden im Schnitt die meisten Staumeldungen, -kilometer und -stunden gezählt. (ADAC Staubilanz 2025 für NRW)
Die nach wie vor hohe Staubelastung in NRW ist das Resultat jahrzehntelanger Vernachlässigung der Verkehrsinfrastruktur. Viele Brücken und Fahrbahnen sind marode, Engpässe sorgen für Dauerstau. Zwischen 57 und 68 Prozent aller baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen bundesweit wurden 2025 in NRW registriert. Pendler- und Lkw-Verkehr verschärfen die Situation während der Stoßzeiten weiter.
Besonders staugefährdete Strecken in NRW waren 2025 u. a. die A3 zwischen Köln und Oberhausen, die A40 Duisburg–Essen sowie der Kölner Autobahnring. Die A42 zwischen Dortmund und Kamp-Lintfort war erneut der Autobahnabschnitt mit den meisten Stauereignissen. Im Oktober wurde mit 16.318 Stunden die längste Verweildauer im Stau gemessen, und am 28. Mai (Mittwoch vor Christi Himmelfahrt) gab es mit 949 Staustunden den stauintensivsten Tag des Jahres.
Auch 2026 rechnet der ADAC nicht mit einer Entspannung der Staulage in NRW. Hoher Sanierungsbedarf an Straßen und Brücken sowie weitere Großbaustellen auf Straße und Schiene werden die Lage weiter belasten. Über 30 Prozent der 6.152 Autobahnbrücken in NRW sind sanierungsbedürftig, fast jede zehnte Brücke ist am Ende ihrer Lebensdauer. Die Sperrung von Brücken, etwa der Wiehltalbrücke (A4) sowie der Bonner Nordbrücke (A565), hat spürbare Auswirkungen auch auf das Umland.
Der ADAC fordert Finanzierungssicherheit für Sanierungen und den Ausbau, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine bessere Abstimmung von Baumaßnahmen. Pendlern empfiehlt der Automobilclub, Stoßzeiten zu meiden, Home-Office-Nutzung zu verstärken und Alternativen wie Fahrgemeinschaften oder Schienenersatzverkehr in Anspruch zu nehmen.
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