Bayern: Handschellen-Schlüssel der Polizei frei im Internet erhältlich – Polizei reagiert mit Maßnahmen gegen Sicherheitsrisiko.
Schlüssel für die Handschellen der Bayerischen Polizei sind aktuell im Internet frei erhältlich. Nach Vorfällen um befreite Festgenommene reagieren Polizei und Innenministerium nun mit Maßnahmen.
Wie inFranken.de berichtet, sind Generalschlüssel für die gängigen Handschellenmodelle der Bayerischen Polizei in verschiedenen Online-Shops frei verfügbar. Die Preise liegen laut Recherche zwischen 4 und 13 Euro. Nach einem Zwischenfall in Mittelfranken, bei dem ein Festgenommener sich mithilfe eines solchen Schlüssels befreien konnte, sind die Behörden alarmiert.
Das Innenministerium prüft derzeit geeignete Maßnahmen, um auf das Sicherheitsrisiko zu reagieren. Laut Ministeriumssprecher wird der Verkauf passender Schlüssel im Netz sehr ernst genommen, und der Hersteller der Handschellen hat bereits juristische Schritte gegen den freien Vertrieb eingeleitet. Polizisten wurden schnell und bayernweit intern über die potenzielle Gefährdung informiert.
Das betroffene Handschellenmodell wird nach Angaben des Innenministeriums seit 2009 genutzt und gilt bisher als zuverlässig. Dennoch sieht die Gewerkschaft der Polizei in der Verfügbarkeit der Schlüssel ein erhebliches Sicherheitsproblem für Einsatzkräfte und festgenommene Personen. Außerdem wird verstärkt daran erinnert, Personen vor einer Festnahme sorgfältig zu durchsuchen.
Die Diskussion um verfügbare Polizei-Handschellenschlüssel ist inzwischen auch in anderen Bundesländern angekommen. Für Nordrhein-Westfalen bedeutet das eine erhöhte Sensibilisierung – auch hier dürfte künftig mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen zu rechnen sein. Ein einheitliches Vorgehen von Länderpolizeien und Bundespolizei wird von der Gewerkschaft der Polizei gefordert.
Langfristig fordert die Polizeigewerkschaft spezielle Handfesseln mit individuellen Schlüsseln, die nicht frei verkäuflich sind. Dies setzt eine bundesweite Abstimmung zwischen den Polizeibehörden voraus. Alternativ werden Einweghandfesseln aus Kunststoff geprüft, die bereits von Spezialeinheiten genutzt werden und bislang als sicher gelten.
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