Manuela Jünger, Kult-Wirtin des Weyer’s in Refrath, geht nach fast 50 Jahren Gastronomie in den Ruhestand. Das Bistro läuft unter neuer Leitung weiter.
Wer in Refrath aufgewachsen ist oder dort lebt, kennt das Weyer’s – und wer das Weyer’s kennt, kennt Manu. Manuela Jünger, die Kult-Wirtin des „Bistro Weyer’s“, hat nach fast 50 Jahren in der Gastronomie die Theke ein letztes Mal von innen gesehen. Jetzt geht sie in den wohlverdienten Ruhestand. Für ihre Stammgäste und für sie selbst ist das das Ende einer 20-jährigen Ära – und gleichzeitig der Start eines neuen Kapitels.1
Manuela Jüngers Weg hinter die Theke begann weit vor dem Weyer’s. 1979 startete die heute 64-Jährige ihre Kellnerlehre in Halle-Neustadt – damals in der DDR ein richtiger Ausbildungsberuf. 1987 machte sie ihren Meister in Weimar und erwarb den Titel „Chef de Rang“. Der Liebe wegen landete sie 1989 schließlich in Refrath, wo sie zunächst mit ihrem damaligen Partner und später in Eigenregie die Gaststätte „Burgplatz“ führte. 2007 übernahm sie dann das „Bistro Weyer’s“ – und prägte es von da an mit ihrer herzlichen Art.1
Was das Weyer’s so besonders macht? Frag einfach Markus, Georg und Hans-Jürgen – die „Refrather Jungs“, die fast seit Tag eins Stammgäste sind. Zentraler Treffpunkt, kein Auto nötig, und eine Wirtin, die immer freundlich ist und nett bedient. Die Gruppe trifft sich wöchentlich und schwärmt: „Es ist tatsächlich die letzte Kneipe in Refrath, wo man hingehen kann, um einfach mal nur ein Bier zu trinken.“ Früher haben sie sogar gemeinsam in einem Sparkästchen für eine Mallorca-Tour gespart.1
Das Konzept des Weyer’s war von Anfang an klar: ein Ort der Begegnung, für Fußballfans und Live-Musik-Liebhaber. Zog die Kneipe anfangs eher junge Leute an, ist das Publikum heute bunt gemischt – und genau das macht den Charme des kleinen, gemütlichen Lokals mit seinem einladenden Biergarten im Herzen des Gladbacher Stadtteils aus.1
So manche Geschichte hat das Weyer’s geschrieben. Eine davon ist bis heute buchstäblich an der Wand zu sehen: Die Band „Cowboys on Dope“ hinterließ vor fast 20 Jahren deutliche Spuren – der Sänger stieg mit einer Flasche Whiskey in der Hand auf einen Stehtisch, zog sein Shirt aus und sprang beim Singen über die Tür. Beim Abschiedsabend lief diese Szene als kleiner Film auf den Fernsehern – ein Moment, der ewig bleibt.1
Auch Refrather Sänger Mike Müller, der so lange Stammkunde ist, dass Manu ihn damals noch nach dem Ausweis gefragt hat, brachte es auf den Punkt: „Das Weyer’s ist die Refrather Familie, so wird man hier auch behandelt.“1
Gefeiert wurde natürlich gebührend. Als Überraschungsact betrat die Band „Colör“ um Sängerin Ute Geller die kleine Bühne und heizte die Stimmung zunächst mit Country-Musik an, bevor es immer kölscher und persönlicher wurde. Den Flippers-Klassiker wandelten sie kurzerhand ab: „Wir sagen Dankeschön, 20 Jahre et Weyer’s.“ Manuela Jünger selbst stand dabei einmal nicht hinter der Theke, sondern mittendrin – so wie es sich nach fast fünf Jahrzehnten Gastro mehr als verdient hat.1
Die gute Nachricht für alle Stammgäste: Das Weyer’s macht weiter. Schon ab August übernimmt Natalie Rohr, Jüngers rechte Hand seit 18 Jahren. „Sie ist meine längste Mitarbeiterin, ohne kann man hier gar nicht mehr. Es gab niemand Besseren, um den Laden weiterzuführen“, sagt Jünger. Für die treue Runde der Stammgäste ändert sich also kaum etwas – die Gemeinschaft bleibt erhalten.1
Manuela Jünger selbst freut sich jetzt auf das, was bisher zu kurz kam: ihren einjährigen Enkel und das Reisen mit Mann Norbert Vorwerg. Ein mehr als verdientes Ende einer echten Erfolgsgeschichte – und ein herzliches Dankeschön, Manu, für 20 Jahre Weyer’s!1
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