Die Kölner Kult-Band Gänsehaut ist zurück: Mit neuem Sänger und dem Album „Morgendämmerung
Wer in den 80ern Radio gehört hat, kennt ihn: „Karl, der Käfer“ von der Kölner Band Gänsehaut. Der Song wurde zur ökologischen Hymne, schaffte es bis auf Platz 23 der deutschen Singlecharts und hielt sich ganze 17 Wochen in den Charts. Jetzt ist das Kult-Trio zurück – und das Comeback hat es in sich!1
Alles begann, als Keyboarder Gerald Dellmann Anfang der 80er Jahre in seiner Dachgeschosswohnung in Ehrenfeld einen Text zu Papier brachte. Daraus wurde ein Song, daraus eine Band, daraus ein Kult. Gänsehaut performte „Karl, der Käfer“ sogar in der ZDF-Hitparade – und auch das Album „Schmetterlinge gibt’s nicht mehr“ landete in den Charts.1
Dann kam der Schicksalsschlag: Sänger Wolfgang Hieronymi verstarb nur drei Jahre nach dem Durchbruch im Alter von 30 Jahren. Das Projekt Gänsehaut ruhte daraufhin viele Jahre. Dellmann aber ließ die Ideen nie los. „Ich habe mir aber weiterhin Textideen aufgeschrieben“, sagt er. „Die Themen kommen einfach aus mir heraus.“1
2022 stellte der heute 72-jährige Dellmann die Band neu zusammen. Mit dabei: Nikolai Kaeßmann als Musiker, Komponist und Produzent – und ein echter Newcomer: der 24-jährige Sänger Freddy Ovens. Seine rauchige Stimme klingt laut Beschreibung wie eine Mischung aus Casper, Henning May und Ben Zucker. Entdeckt wurde er beim Nachwuchsförderprogramm „School Jam“, das Dellmann selbst vor einem Vierteljahrhundert gegründet hat.1
Und damit nicht genug: Für die neue Version von „Karl, der Käfer“ holte sich die Band Verstärkung von Höhner-Musiker Jens Streifling, der einen Saxofon-Part einspielte. Streifling steuerte außerdem sein Sopran-Saxofon zum Song „Der Clown“ bei. Weitere Mitwirkende auf dem Album sind Gitarrist Marco Wriedt, Bassist Martin Engelien, Cellist Rupert Gillett, der Kölner Chor Wilder CHORiander sowie Metti D. und Micky Steinhauer als Background Vocals. Das Instrumentalstück, das dem Album seinen Namen gab, stammt von Peter Gorges aus dem Umfeld von Hans Zimmer.1
Am 31. Juli 2026 erschien das Comeback-Album „Morgendämmerung“ – pünktlich zum 45-jährigen Bandjubiläum. 15 Songs, die musikalisch frischer klingen als je zuvor, aber thematisch genauso engagiert geblieben sind wie damals. Songtitel wie „Ich bin dafür“, „Welt in Gefahr“ und „Tick Tack“ sprechen aktuelle gesellschaftliche Probleme an. „Die Welt wird schließlich nicht besser. Diese Texte fühle ich“, so Dellmann.1
Auch „Karl, der Käfer“ feiert auf dem Album sein Revival – in einer neuen Version, in der jetzt die E-Gitarre dominiert. Eigentlich wollte sich die Band von dem Titel lösen, aber: „Einerseits steht Gänsehaut für Karl. Außerdem ist der Inhalt leider nach wie vor aktuell.“1
Chartplatzierungen? Nicht das Ziel. Dellmann macht das deutlich: „Es geht uns nicht darum, mit den Songs reich und berühmt zu werden.“ Für ihn ist „Morgendämmerung“ ein Rückblick auf 40 Jahre Bandgeschichte und eine Art Abschluss eines Kapitels, das durch Wolfgangs Tod abrupt unterbrochen wurde. „Es war einfach an der Zeit, noch mal etwas zu machen.“1
Wir finden: Was für eine Geschichte! Von der Kölner Dachgeschosswohnung, über die ZDF-Hitparade, durch Jahrzehnte des Schweigens – und jetzt zurück mit einem Album voller Herzblut. Gänsehaut beweisen, dass echte Musik keine Verfallsdate hat. Reinhören lohnt sich!
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!