Der Bürgerbus in Lügde feiert 25 Jahre und ist für viele Menschen wie Marlies Schellbach unverzichtbar. Erfahre, wie Ehrenamt echte Lebensqualität schenkt.
87 Jahre alt, kein Führerschein, Kinder nicht vor Ort – und trotzdem will Marlies Schellbach selbst die Zutaten für ihren Geburtstagskuchen einkaufen. Klingt nach Mission impossible? Nicht in Lügde! Denn dort gibt es seit 25 Jahren den Bürgerbus – und der macht genau solche Momente möglich.1
Marlies wartet an der kleinen Haltestelle in ihrem Wohngebiet, Kühltasche in der Hand, und ihr Statement bringt es auf den Punkt:
„Wenn der Bürgerbus nicht fährt, weiß ich nicht weiter.“
Ein Taxi? Zu teuer. Der reguläre Linienbus? Hält hier nicht. Der Bürgerbus ist für sie schlicht und einfach unverzichtbar – ihre Eintrittskarte in die Stadt.1
Wer steckt hinter diesem kleinen, aber mächtigen Bus mit Platz für acht Fahrgäste? 16 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer, die montags bis freitags durch Lügde rollen – dorthin, wo kein Linienbus hält. Eine von ihnen ist Birgit Zumhasch. Seit einem Jahr ist sie in Rente und hat sich direkt entschieden, ihre Zeit sinnvoll einzusetzen.1
Marlies bringt es beim Einsteigen mit einem Satz auf den Punkt: „Die Fahrer machen das ehrenamtlich, da kann man nur den Hut vor ziehen.“ Und Birgit? Die freut sich vor allem über eines:
„Ich freue mich, dass ich in glückliche Gesichter schaue.“
Klingt nach dem besten Job der Welt – auch wenn er unbezahlt ist.1
Aber ganz ohne Sorgen läuft der Betrieb nicht. Beim Blick auf den Dienstplan kommen Birgit manchmal Bedenken: Wenn jemand krank wird oder im Urlaub ist, kann es eng werden. Deshalb sind sie in Lügde ständig auf der Suche nach neuen Fahrerinnen und Fahrern, die den Menschen in der Stadt etwas Gutes tun wollen.1
Wenn du in der Region wohnst und Lust hast, einen echten Unterschied im Alltag anderer Menschen zu machen – das wäre doch ein Projekt, oder? Ehrenamt kann so konkret und so nah sein.
Die Zahlen sprechen für sich: Rund 7.000 Fahrgäste pro Jahr nutzen den Bürgerbus in Lügde. Die meisten fahren mit dem Deutschlandticket oder einer Monatskarte für 24,50 Euro – eine echte Alternative zum teuren Taxi für Menschen wie Marlies.1
Am Ende der Fahrt hält der Bus direkt vor dem Supermarkt. Marlies winkt zum Abschied, steigt aus – und eine Stunde später steht sie wieder an der Haltestelle. Diesmal mit den Zutaten für ihren Geburtstagskuchen im Gepäck und einem Lächeln im Gesicht. So einfach. So wichtig.
Der Bürgerbus in Lügde ist nach 25 Jahren längst mehr als ein Fahrdienst – er ist ein Stück Gemeinschaft auf vier Rädern. Er verbindet Menschen, die sonst abgehängt wären, mit dem Alltag, der für andere selbstverständlich ist. Einkaufen, Arzttermin, einfach mal raus – für Marlies und viele andere wäre das ohne diesen Bus kaum denkbar.1
Projekte wie dieses zeigen, was möglich ist, wenn sich Menschen füreinander einsetzen. Hut ab, Lügde! 🎉
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