Der 1. FC Köln gewinnt vor Gericht – doch der Kompromiss vom Juli ist der smartere Weg. Drei neue Trainingsplätze statt endlosem Streit um die Gleueler Wiese.
Der 1. FC Köln und die Diskussion um den Ausbau seiner Trainingsanlagen – das ist eine Geschichte, die gefühlt schon immer läuft. Ganze zwölf Jahre zieht sich die Hängepartie rund um das Geißbockheim und die Gleueler Wiese nun hin. Doch jetzt gibt es Bewegung: Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat entschieden, dass der 2020 von der Stadt aufgestellte Bebauungsplan – der unter anderem Fußballplätze auf der Gleueler Wiese vorsah – rechtmäßig ist.1 Ein echter Etappensieg für den FC!
Aber Moment mal – bedeutet das jetzt, dass der Bundesligist einfach loslegen und bauen kann? Nicht ganz. Denn auch wenn das Urteil aus Münster für den FC positiv ausfällt, ist die Gleueler Wiese damit noch lange kein Bauplatz.1
Selbst nach dem Gerichtserfolg bräuchte der FC für die Gleueler Wiese noch eine Baugenehmigung und einen Pachtvertrag. Und genau da liegt das Problem: Für beides sind aktuell keine Mehrheiten im Kölner Stadtrat in Sicht. Obendrauf kommt, dass die Gleueler Wiese bereits 2024 per Ratsentscheid als Grünfläche unter Schutz gestellt wurde.1 Der Weg über die Gleueler Wiese ist also alles andere als frei – auch wenn das Urteil formal für den FC spricht.
Und falls die Gegner der Ausbaupläne noch Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einlegen sollten, droht die nächste Verlängerung.1 Das braucht wirklich niemand mehr.
Dabei gibt es längst eine viel smartere Option auf dem Tisch. Im Juli wurde ein Kompromiss ausgehandelt, der eigentlich für alle Seiten funktioniert: Der 1. FC Köln bekommt drei Fußballplätze in der Nachbarschaft des Geißbockheims und darf mit dem Bau seines Nachwuchsleistungszentrums beginnen. Im Gegenzug bleibt die Gleueler Wiese das, was sie ist – eine Grünfläche.1
Klar, aus rein sportlicher Vereinssicht wäre der Grünstreifen am Militärring als Trainingsstandort attraktiver. Aber mal ehrlich: Angesichts der politischen Realitäten und des jahrelangen Streits ist die Kompromiss-Lösung der deutlich realistischere und schnellere Weg nach vorne.1
Interessant ist auch, was bei der ganzen Debatte manchmal unter den Tisch fällt: Zwischenzeitlich war dem FC ein Alternativstandort im Stadtteil Marsdorf vorgeschlagen worden. Das hätte bedeutet: Flächen versiegeln und täglich Autofahrten zwischen Geißbockheim und Marsdorf – klimapolitisch alles andere als eine gute Idee.1 Auch das spricht dafür, die ausgehandelte Lösung jetzt konsequent umzusetzen, anstatt das „Fass Gleueler Wiese“ neu aufzumachen.
Was es jetzt braucht, ist Tempo. Die Stadt Köln sollte die Kompromiss-Lösung so schnell wie möglich und für alle Beteiligten zufriedenstellend auf den Weg bringen.1
Übrigens: Wer mal eine wohltuende Pause von Stadtratsbeschlüssen und Gerichtsurteilen braucht, dem sei ein Blick in die Kulturszene NRWs empfohlen. In einem früheren Beitrag haben wir euch bereits die Kempener Orgelkonzerte vorgestellt – zehn Konzerte mit internationalen Gästen, die die Stadt Kempen in einen echten Klangrausch versetzen.2 NRW kann eben mehr als Fußball-Streit!
Die Botschaft ist eigentlich klar: Der 1. FC Köln hat mit dem Juli-Kompromiss eine realistische Chance, den jahrelangen Stillstand endlich zu beenden. Drei neue Plätze am Geißbockheim und ein Nachwuchsleistungszentrum – das ist kein schlechter Deal. Jetzt liegt es an allen Beteiligten, diesen Weg auch tatsächlich zu gehen, anstatt sich in neuen juristischen Abenteuern zu verlieren.1
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