Der Waldbrand im Hohen Venn rückt auf 300 Meter an die ersten Häuser in Monschau heran. Rund 30 Bewohner wurden evakuiert – alle neuen Entwicklungen im…
Die Lage im Hohen Venn spitzt sich dramatisch zu. Wie wir bereits in einem früheren Beitrag berichtet haben, bereitete sich Monschau auf eine mögliche Evakuierung vor – jetzt ist es so weit. Das Feuer, das aus Belgien kommend auf deutsches Gebiet vorrückt, steht inzwischen nur noch rund 300 Meter vor den ersten Wohngebäuden.1 Was vorher noch als Vorsichtsmaßnahme galt, ist jetzt bittere Realität.
Am späten Sonntagabend gegen 22:00 Uhr wurden die Ortslagen Ruitzhof und Geisberg evakuiert. Insgesamt 17 Häuser mit rund 30 Bewohnern mussten verlassen werden.1 Die meisten Betroffenen kamen laut dem Stellvertreter der Bürgermeisterin, Franz-Karl Boden, bei Verwandten oder Freunden unter. Eine Notunterkunft in einer Schule steht zusätzlich bereit und wird von einigen Betroffenen genutzt.1
Zuvor war sogar die Evakuierung von zwei ganzen Ortsteilen Monschaus mit rund 5.000 Einwohnern erwogen worden – nachdem die Bewohner in der Nacht zu Sonntag bereits aufgefordert worden waren, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten.1 2
Die Einsatzkräfte tun alles, um die Häuser zu schützen. Feuerwehrsprecher Tobias Schell erklärte: „Zwischen dem Feuer und den Häusern liegen Wiesen, die wir in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getränkt haben.“1 Im Minutentakt rasten Transporter mit Wassertanks durch den zu Monschau gehörenden Ort Kalterherberg ins Einsatzgebiet. Große Tanks wurden ständig für die Löschfahrzeuge aufgefüllt – und die Anwohner dankten es den Helferinnen und Helfern mit Applaus für jedes vorbeifahrende Einsatzfahrzeug.1
Besonders tückisch: der Wind. Laut dem belgischen Innenminister Bernard Quintin ist es vor allem der vergleichsweise starke und sich ständig drehende Wind, der den Einsatzkräften zu schaffen macht.1 Dazu kommt die zerklüftete Landschaft des Hohen Venn mit wenigen Zufahrten und ausgedehnten Torfmooren, die die Brandbekämpfung zusätzlich erschweren. Das Hochmoor gilt als ökologisch besonders wertvoll – umso schlimmer sind die Schäden, die das Feuer dort anrichtet.1
Das Feuer wütet auf rund 3.000 Hektar Fläche jenseits der belgischen Grenze – und ist damit der größte Waldbrand in der Geschichte Belgiens.1 Gegen 16:00 Uhr kam am Sonntag die Anforderung aus Belgien, bei der Brandbekämpfung zu helfen. Daraufhin rückten auch deutsche Einsatzkräfte aus der Region Aachen ins belgische Küchelscheid aus, einem Nachbarort von Monschau. Zudem unterstützen weitere europäische Länder die Löscharbeiten.1
Immerhin eine gute Nachricht in all dem: Der riesige Waldbrand im Hürtgenwald, bei dem rund 2.000 Menschen evakuiert werden mussten, gilt inzwischen als unter Kontrolle. Seit Samstagabend dürfen die Bewohner des Ortsteils Gey zurück in ihre Häuser.1 Die Löscharbeiten dauern aber weiter an – ein Aufklärungshubschrauber mit Wärmebildkamera beobachtet das 300 Hektar große Areal weiterhin auf Glutnester, und zwei Löschhubschrauber bleiben vor Ort. Landrat Ralf Nolten (CDU) machte klar: Bis alles endgültig gelöscht ist, werde noch einige Zeit vergehen.1
Die Lage im Hohen Venn bleibt angespannt. Haltet euch unbedingt über die offiziellen Stellen auf dem Laufenden und folgt den Anweisungen der Einsatzkräfte. Wir halten euch bei Antenne NRW weiter auf dem neuesten Stand.
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