Nach der schlimmsten Dürre aller Zeiten fällt endlich wieder Regen in Köln. Was Gärtner, Spaziergänger und Touristen dazu sagen – und ob das reicht.
Kapuzen, Regenschirme, Jacken im Hochsommer – was klingt wie ein schlechter Witz, war am Montag in Köln plötzlich wieder Realität. Nach wochenlanger Hitze und Trockenheit hat es endlich wieder geregnet. Und die Kölnerinnen und Kölner? Die sind ausnahmsweise mal froh, nass zu werden.1
Mal kurz innehalten, denn die Dimension dieser Dürre ist wirklich krass: In den vergangenen 30 Tagen sind in Köln gerade mal knapp neun Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Der normale Durchschnittswert für Juli und August liegt zwischen 70 und 90 Litern – also fast dem Zehnfachen. In Köln und ganz NRW war der Juli so trocken wie noch nie zuvor in der Geschichte. Wir reden hier vom heißesten westeuropäischen Sommer der Geschichte.1
Beate Wimmer war am Montag mit ihrem Hund im Rheinpark unterwegs und brachte es auf den Punkt: „Das war ja kein Zustand mehr, richtig deprimierend, wenn alles so trocken ist.“ Für die Bäume, Vögel und Insekten freut sie sich besonders über die Abkühlung.1
Auch Anita S. (76) stand am Rheinufer und erzählte, wie sehr die Hitze sie und ihren Mann eingeschränkt hatte: „Wir konnten weniger unternehmen. Weil es so heiß war, waren wir vorsichtig und sind kaum rausgegangen, das war schade.“ Besonders der Rheinpegel macht ihr Sorgen. Als Kind badete sie genau dort, wo sie heute auf dem Trockenen steht – das Wasser reichte ihr damals bis zur Brust.1
Franz Kotnik (75) hat seit 36 Jahren einen Schrebergarten in Nippes und sagt, es sei noch nie so trocken gewesen wie in diesem Sommer. „Der Salat ist geschossen und die Bohnen vertrocknet.“ Der erste echte Landregen ließ ihn aber zufrieden vor seinem Gartenhäuschen stehen: „Ein guter Landregen.“1
Während die meisten Kölner den Regen feiern, hat er manche auch kalt erwischt – im wahrsten Sinne. Kim Veit (39) war am Morgen mit dem Fahrrad unterwegs und wurde pitschnass. „Das war ein komisch ungewohntes Gefühl mal wieder“, lachte sie. Ihr Sohn Max (7) hatte immerhin eine philosophische Antwort parat, warum der Regen gut ist: „Dann brennt es weniger, auch in der Eifel.“1
Besonders lustig: Das Touristenpaar Andreas und Ruth Vogel kam bei 16 Grad und Nieselregen in Köln an – und hatte keine Jacken dabei. „Wir sind nur 35 Grad gewohnt, wir wissen gar nicht mehr, wie eine Jacke aussieht“, witzelte Andreas Vogel.1
So schön der Regen auch ist – volle Erholung für Parks, Gärten und den Rheinpegel ist damit leider noch nicht in Sicht. Zwar soll es auch am Dienstag, Mittwoch und Samstag weitere Regenfälle geben, die Mengen bleiben aber überschaubar. Der Regen ruft sich damit zumindest mal wieder in Erinnerung – und das ist nach diesem Rekord-Sommer schon mal was.1
Also: Holt eure Regenschirme raus, NRW – und genießt das Nass von oben, solange es da ist. Eure Gärten, Bäume und der Rhein werden es euch danken!
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