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Merz im Waldbrandgebiet Hürtgenwald: „Das ist Klimawandel
23. August 2026

Bundeskanzler Merz besuchte das Waldbrandgebiet Hürtgenwald und nannte das Feuer klar eine Folge des Klimawandels.

Kanzler besucht verwüstetes Waldbrandgebiet – und macht klare Ansage

Das Feuer im Hürtgenwald ist gelöscht, die Bilder bleiben. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Brandgebiet in der Eifelgemeinde Hürtgenwald besucht – seinen ersten öffentlichen Termin nach dem Sommerurlaub. Und er machte dabei eine unmissverständliche Ansage: „Wir müssen damit rechnen, dass wir häufiger solche Ereignisse haben. Das ist Klimawandel.“1 Damit greift er das Thema nun deutlich schärfer auf, als es noch bei unserem früheren Beitrag über seinen Besuch und den Dank an die Helfer der Fall war.2

Klare Worte in Richtung Klimawandel-Leugner

Merz wählte bei seinem Besuch im Ortsteil Gey – dem am stärksten betroffenen Teil der Gemeinde – deutliche Worte. „Ich will allen Leugnern des Klimawandels sagen: Schauen Sie sich das genau an, was hier passiert ist“, sagte er.1 Gleichzeitig betonte er, dass man sowohl den Klimawandel zurückdrängen als auch mit seinen Folgen leben lernen müsse. Das sei eine Aufgabe für Bund, Länder und Gemeinden gemeinsam.

Die Zahlen sprechen für sich: Bei dem Großeinsatz waren laut Kreis Düren in der Spitze rund 1.800 Menschen an der Brandbekämpfung beteiligt. Das Feuer verbrannte oder schädigte nach Angaben des NRW-Landesbetriebes Wald und Holz eine Fläche von 300 bis 400 Hektar – das entspricht ungefähr zwei mal zwei Kilometern.1 Zum Vergleich: Eine gewaltige Fläche mitten in Nordrhein-Westfalen, einfach weg.

Warum kam Merz erst jetzt? Der Landrat erklärt’s

Rund zwei Dutzend Demonstranten begleiteten den Besuch mit Protesten. Auf Plakaten war zu lesen: „Der Wald brennt und Friedrich pennt“ oder „Kommst Du erst jetzt? Zu spät.“1 Doch Merz erklärte, dass er Landrat Ralf Nolten (CDU) bereits mehrfach während des Einsatzes angeboten hatte zu kommen – und eine klare Absage erhielt. Nolten habe ihm gesagt: „Wenn Sie ins Einsatzgebiet reinfahren, dann können wir zwei, drei Stunden nicht löschen.“1

Ein Feuerwehrkollege habe es auf den Punkt gebracht, so Nolten: „Ich brauche keine Politiker, sondern ich brauche solche Leute, die den Löschschlauch halten.“1 Auf die Pfiffe gegen Merz reagierte der Landrat außerdem mit einem Appell an die Demonstranten: „Nehmen Sie doch die negative Energie raus, machen Sie eine positive Energie daraus, treten Sie dem THW bei, der Feuerwehr oder dem DRK.“1

Dank an die Helfer – und Versprechen für die Zukunft

Merz dankte allen Einsatzkräften ausdrücklich – von der Feuerwehr über das Technische Hilfswerk bis hin zur Bundeswehr und Kräften aus der Land- und Forstwirtschaft.1 „Ohne die Zusammenarbeit zwischen allen diesen Beteiligten wäre das nicht so glimpflich ausgegangen“, sagte er und bezeichnete die beteiligten Organisationen als „großartig“.1 Die Oppositionskritik, die ihn während seiner Abwesenheit wegen der Hitzewelle als untätig bezeichnet hatte, ließ er dabei nicht unkommentiert stehen.2

Begleitet wurde Merz von NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU). Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte das Brandgebiet bereits eine Woche zuvor besucht und dafür extra seinen Urlaub in der Lüneburger Heide unterbrochen.1

Was jetzt passiert – Kabinett berät über Krisenvorsorge

Merz kündigte eine gründliche Auswertung des Einsatzes an. Dabei nannte er konkrete Schwachstellen: „Die Kommunikationsverbindungen sind noch nicht so gut, wie sie sein müssten.“ Am darauffolgenden Dienstag und Mittwoch sollte das Bundeskabinett genau darüber beraten, wie Deutschland künftig besser auf solche Großschadensereignisse vorbereitet sein kann.1

Der Brand war am Donnerstag der Vorwoche aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen – menschliches Fehlverhalten gilt als mögliche Ursache. Knapp 2.000 Bewohner des Ortsteils Gey mussten evakuiert werden, durften aber zwei Tage später zurückkehren. Erschwerend kamen Weltkriegsmunition im Waldboden hinzu – der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe.1 Am Donnerstag erklärte der Bürgermeister das Feuer schließlich für gelöscht. Das betroffene Waldgebiet bleibt vorerst gesperrt.1

Quellen

  1. Merz in Waldbrandgebiet: „Das ist Klimawandel“ – 24Rhein
  2. Merz besucht Waldbrandgebiet in der Eifel: Dank an die Helfer ANTENNE NRW – Die besten Hits aller Zeiten!


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