Bundeskanzler Friedrich Merz besucht nach seinem Urlaub das Waldbrandgebiet in Hürtgenwald und dankt den Einsatzkräften persönlich für ihren Einsatz in der…
Nach 23 Tagen ohne öffentlichen Termin kehrt Bundeskanzler Friedrich Merz mit einem besonderen Besuch ins Rampenlicht zurück: Sein erster offizieller Auftritt nach dem Sommerurlaub führt ihn nicht in die Hauptstadt – sondern direkt ins Katastrophengebiet. In Hürtgenwald, mitten in der Eifel, will er den Einsatzkräften persönlich für ihre Arbeit während des verheerenden Waldbrands danken.1
Zwei Tage zuvor hatte Bürgermeister Stephan Cranen endlich Entwarnung gegeben: „Das Feuer ist gelöscht.“ Eine Woche lang hatten Hunderte Helferinnen und Helfer gegen die Flammen gekämpft – bei einem Brand, den die nordrhein-westfälische Landesregierung als den größten Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes einstuft.1
Merz ist der erste Vertreter der Bundesregierung, der das Waldbrandgebiet persönlich besucht. Aus Berlin war bislang niemand vor Ort erschienen – während mehrere Mitglieder der NRW-Landesregierung bereits da waren. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte dafür sogar seinen Urlaub in der Lüneburger Heide unterbrochen.1
Den Einsatzkräften hatte Merz während des Brandes bereits über die Plattform X gedankt – für ihren „unermüdlichen und oft bis zur Erschöpfung reichenden Einsatz“. Jetzt soll dieser Dank auch persönlich ausgesprochen werden. Laut eigenen Angaben ließ er sich während des gesamten Einsatzes laufend informieren.1
Nicht alle sind von Merz‘ Verhalten während der Hitzewelle begeistert. Die Opposition warf ihm Untätigkeit vor. Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sagte bei RTL und ntv: „Friedrich Merz scheint zu hoffen, wenn er im Urlaub ist und niemand ihn sieht, auch niemand auf die Idee kommt, dass er zuständig sein könnte, die Folgen der Klimakrise zu bekämpfen.“1
Merz hatte sich seit seinem letzten öffentlichen Auftritt am 29. Juli – nach einer Sondersitzung der Unionsfraktion – hauptsächlich über schriftliche Erklärungen und Regierungssprecher gemeldet. Im Kanzleramt bezeichnet man die Zeit bewusst nicht als Urlaub, da der Kanzler sich auch in der Auszeit über aktuelle Ereignisse informiert. So gab es etwa eine Schalte des Nationalen Sicherheitsrats, nachdem auf dem Leipziger Flughafen eine Sprengstoff-Drohne entdeckt worden war.1
Die Waldbrand-Katastrophe und die Hitzewelle dürften auch die kommende Kabinettsklausur prägen. Hitzeschutz und Klimawandel stehen auf der Agenda – und da gibt es Zündstoff zwischen den Koalitionspartnern. Die SPD will eine Grundgesetzänderung anstoßen, um den Schutz vor Hitze und Klimafolgen zu stärken. Die Unionsseite lehnt das ab: Merz‘ Staatsminister Philipp Amthor sprach sich gegen „abstrakte Diskussionen über eine Verfassungsänderung“ aus und plädierte stattdessen dafür, zunächst bestehende Handlungsmöglichkeiten optimal zu nutzen.1
Ob persönlicher Dank oder politisches Signal – Merz‘ Besuch in Hürtgenwald ist beides. Die Helferinnen und Helfer, die tagelang unter extremen Bedingungen gekämpft haben, bekommen endlich auch Aufmerksamkeit aus Berlin. Und für den Kanzler ist es der Startschuss zurück in den politischen Alltag – mit einem Thema, das ganz NRW bewegt.1
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