Nach wochenlanger Niedrigwasser-Pause fahren die Rheinfähren in NRW endlich wieder. Welche Strecken starten und wo es noch Einschränkungen gibt, erfährst du…
Gute Nachrichten für alle Ausflügler, Pendler und Fahrradfahrer entlang des Rheins: Nach wochenlanger Zwangspause wegen extremem Niedrigwasser nehmen immer mehr Rheinfähren in NRW und Rheinland-Pfalz ihren Betrieb wieder auf. Die gestiegenen Pegelstände machen’s möglich – auch wenn der Rhein noch längst nicht auf Normalniveau ist.1
Besonders hart hat es die Rheinfähre zwischen dem Düsseldorfer Süden und der historischen Altstadt von Zons (Dormagen) getroffen. Ganze 29 Tage stand der Betrieb still – und das mitten in der Hauptsaison. Fährbetreiber Jens Jansen, der das Unternehmen zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder führt, ist erleichtert: „Da wir im Frühjahr und Sommer einen Großteil unserer Einnahmen erzielen, sind die wirtschaftlichen Folgen natürlich erheblich.“ Das Unternehmen mit fünf Festangestellten und fünf Aushilfen war kurz davor, Kurzarbeit zu beantragen. Jetzt kann endlich wieder gefahren werden.1
Ähnlich bitter war die Lage bei der Hitdorfer Personenfähre zwischen Leverkusen und Köln: Mehr als 30 Tage Zwangspause bedeuteten Einbußen von rund 30.000 Euro. Der Betrieb soll dort frühestens am Montag wieder starten.1
Auch die Fähre des Heimat- und Bürgervereins Bislich zwischen Xanten und Wesel am Niederrhein nimmt nach drei Wochen Pause den Betrieb wieder auf. Fährleiter Philipp Feine macht deutlich, was das bedeutet: „Das war unsere längste naturbedingte Zwangspause, beim Niedrigwasser 2022 waren es zwei Wochen.“ Ein neuer trauriger Rekord also.1
Wer jetzt spontan einen Ausflug plant, sollte aber wissen: Nicht überall läuft wieder alles wie gewohnt. In Bad Honnef (NRW) gibt es zum Beispiel noch Einschränkungen – wegen des weiterhin niedrigen Pegelstandes werden keine Wohnmobile oder Transporter mitgenommen, nur Autos bis zur Größe eines VW-Busses. Die Fähre zwischen Bad Breisig und Bad Hönningen in Rheinland-Pfalz beschränkt das Maximalgewicht pro Fahrzeug auf 7,5 Tonnen.1
Die Pegelstände am Rhein hatten in diesem Monat historische Tiefststände erreicht – in Düsseldorf fiel der Wert sogar in den Minusbereich. Die Fahrrinne liegt 1,59 Meter tiefer als der gemessene Pegelstand am Ufer. Trockenheit und extreme Hitze waren die Hauptursachen für die wochenlange Misere. In den vergangenen Tagen ging es dann deutlich aufwärts, in Düsseldorf wurde ein Wert von knapp 40 Zentimetern erwartet – niedrig, aber ausreichend für die meisten Fähren.1
Wie die Fährgemeinschaft Kaub es treffend auf den Punkt bringt: „Es hat sich entspannt – aber wer weiß, was in diesem Sommer noch kommt.“ Elf Tage lang konnte dort nicht gefahren werden, seit Donnerstag ist der Betrieb aber wieder aufgenommen.1
Die gute Nachricht: Der Rhein hat sich erholt, die Fähren sind zurück und die Ausflugssaison kann (zumindest teilweise) gerettet werden. Die schlechte Nachricht: Der Klimawandel macht solche Extremsituationen wahrscheinlicher – und die wirtschaftlichen Folgen für Fährbetriebe sind happig. Also hop on, solange es geht – und die Daumen drücken, dass der Sommer keine weiteren Überraschungen bereithält.1
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