Komodowarane im Kölner Zoo: Ist das neue Drachenhaus wirklich artgerecht? Wir haben die Antworten des Zoos auf die drängendsten Fragen zusammengefasst.
Seit das neue Drachenhaus im Kölner Zoo seine Tore geöffnet hat, sorgen zwei besondere Bewohner für Gesprächsstoff: Komodowarane! Die größten Echsen der Welt sind jetzt im Zoo zu bestaunen – ein Männchen und ein Weibchen. Klingt cool, oder? Aber in den sozialen Medien kamen schnell Fragen und Kritik auf. Sind die Tiere wirklich unter artgerechten Bedingungen untergebracht? Wir haben uns das mal genauer angeschaut.1
Erst mal die gute Nachricht für alle, die sich das gefragt haben: Beide Komodowarane wurden in Zoos geboren – kein Wildfang! Das Weibchen stammt aus dem Leipziger Zoo, das Männchen aus dem Randers Regnskov Zoo in Dänemark. Wildfänge gäbe es laut Zoo-Sprecher Christoph Schütt schon seit vielen Jahren nicht mehr. Das ist ein wichtiger Punkt, denn Komodowarane stehen auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Ihr natürlicher Lebensraum liegt in Indonesien – und der steht zunehmend unter Druck.1
Das ist natürlich die entscheidende Frage. Und hier wird’s spannend: Die 200 Quadratmeter große Anlage im Drachenhaus soll laut Zoo-Sprecher Schütt eine der größten Anlagen für Komodowarane weltweit sein. Bei der Planung wurden die biologischen Bedürfnisse der Tiere gezielt berücksichtigt. Was genau dazugehört?1
Das Gehege entspreche den Richtlinien von Bund und Land – und das werde auch regelmäßig kontrolliert, zum Beispiel durch das Veterinäramt. „Den Tieren geht es dort gut“, sagt Schütt. Und er geht sogar noch einen Schritt weiter: Generell hätten es einige Tiere in modernen Zoos heutzutage sogar besser als in der Wildnis, die durch menschliches Zutun neue Gefahren mit sich bringe.1
Das erklärte Ziel des Kölner Zoos ist es, dass sich die beiden Komodowarane fortpflanzen. Sollte es Nachwuchs geben, wird dieser – wie schon die Elterntiere – an einen anderen Zoo weitergegeben. Wohin, das entscheidet das sogenannte Europäische Erhaltungszuchtprogramm. Das Programm verpflichtet teilnehmende Zoos unter anderem dazu, Inzucht zu vermeiden und Tiere sorgfältig für die Zucht zu planen.1
Eine Auswilderung? Das ist laut Schütt eher ein Zukunftsprojekt. Dafür brauche es noch viel Forschung – man müsse genau wissen, wo und unter welchen Bedingungen die Tiere sicher in die Wildnis entlassen werden können. „Dafür braucht es noch ganz viel Forschung“, so der Zoo-Sprecher.1
Gute Frage! Christoph Schütt erklärt: „So können wir die Tiere beobachten: Wie ist ihre Biologie? Was fressen sie?“ Die wissenschaftliche Beobachtung helfe dabei, mehr über die Tiere herauszufinden – und daraus abzuleiten, was zu ihrem Schutz getan werden kann. Dazu kommt die Bildungsarbeit: Komodowarane werden teilweise bejagt, weil sie als gefährlich für Menschen gelten. Der Zoo möchte vermitteln, welche Bedeutung diese Tiere für ihr Ökosystem haben und warum ihr Schutz so wichtig ist.1
Die Komodowarane im Kölner Zoo sorgen für Diskussionen – und das ist gut so! Fragen zu stellen ist wichtig, wenn es um Tierhaltung geht. Die Antworten des Zoos klingen jedenfalls durchdacht: eine der größten Anlagen weltweit, regelmäßige Kontrollen und ein klares Ziel für den Artenschutz. Am besten schaust du selbst im Drachenhaus vorbei und machst dir ein eigenes Bild von den faszinierenden Echsen. Wir sind gespannt, was du denkst – schreib’s uns gerne auf unseren Social-Media-Kanälen!1
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