152 Straftäter aus Köln stehen auf der Abschiebeliste und haben seitdem 568 Straftaten begangen. Der Skandal ums Kölner Ausländeramt weitet sich weiter aus.
Der Skandal rund um das Kölner Ausländeramt nimmt immer drastischere Ausmaße an. Was bereits für Aufregung gesorgt hat, wird jetzt durch neue Zahlen noch brisanter: Die Kölner Polizei hat die sogenannte Coesfelder Liste analysiert – und das Ergebnis ist alarmierend. Von den 471 ausreisepflichtigen Personen, die auf der Liste stehen, haben 152 von ihnen – also jede dritte Person – seitdem insgesamt 568 Straftaten begangen. Das berichtete zuerst der Kölner Stadt-Anzeiger.1
Schon seit zwei Wochen macht diese Liste Schlagzeilen in Köln. Die Zentrale Ausländerbehörde in Coesfeld hatte der Stadt im November 2024 eine Liste mit 471 ausreisepflichtigen Personen übermittelt und dabei sogar Hilfe bei der Abschiebung angeboten. Das Kölner Ausländeramt reagierte darauf offenbar gar nicht – keine Antwort, keine Maßnahmen, nichts.1
Jetzt schlägt die Polizeianalyse richtig ein: Die Straftaten sind in der Liste einzeln aufgeschlüsselt und den jeweiligen Personen zugeordnet. Als sogenannte FI-Meldung – kurz für Führungsinformation – wurde das Dokument an das NRW-Innenministerium in Düsseldorf weitergeleitet.1
Die politischen Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten. Gregor Golland, CDU-Fraktionsvize im Düsseldorfer Landtag, macht aus seiner Meinung keinen Hehl: „Die Kölner Stadtverwaltung hat ganz offenbar ein strukturelles Problem. Die Kommunalaufsicht muss eingeschaltet werden“, sagte er dem WDR. Für ihn ist das Ganze ein Schlag ins Gesicht für jeden anständigen Bürger – gerade weil beim Falschparken angeblich unerbittlich durchgegriffen wird, hier aber offenbar nichts passiert ist.1
Auch der Kölner SPD-Fraktionschef Christian Joisten fordert lückenlose Aufklärung, mahnt aber gleichzeitig zur Besonnenheit und warnt vor einer Vorverurteilung. Die Stadt selbst hat Prüfung und Aufklärung zugesagt – damit betraut ist Stadtdirektorin Dörte Diemert, die herausfinden soll, welche Konsequenzen das Kölner Ausländeramt nach Eingang der Liste gezogen hat – und welche eben nicht.1
Dass Köln und die Region rund um den Rhein gerade auf mehreren Ebenen unter Druck stehen, zeigt sich auch anderswo: Wie wir in einem früheren Beitrag berichtet haben, explodieren die Kosten für die neue A1-Rheinbrücke zwischen Leverkusen und Köln auf rund 1,6 Milliarden Euro – weit mehr als ursprünglich geplant, was ebenfalls für heftigen Gegenwind aus der Politik sorgt.2 Ob Infrastruktur oder Ausländerbehörde – Verwaltungsversagen hat in NRW gerade Hochkonjunktur.
Noch ist offen, ob die Polizeiliste auch der Stadt Köln offiziell vorliegt. Ein Stadtsprecher hat Aufklärung zugesagt – was genau dahinter steckt und welche Konsequenzen gezogen werden, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: Der Druck auf das Kölner Ausländeramt wächst mit jeder neuen Enthüllung. Und die Frage, wie 152 Menschen aus einer konkreten Abschiebeliste 568 Straftaten begehen konnten, ohne dass irgendjemand reagiert hat, muss beantwortet werden.1
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