Köln hat Abschied von Ex-Oberbürgermeister Fritz Schramma genommen. Die Beisetzung auf dem Westfriedhof fiel auf seinen 79. Geburtstag.
Köln hat Abschied genommen – und zwar auf eine Art, die zu Fritz Schramma gepasst hat: bunt, vielfältig und mit ganz viel Herz. Der ehemalige Kölner Oberbürgermeister wurde am 27. August auf dem Westfriedhof beigesetzt. Gestorben war er bereits am 17. August.1 Dass die Beisetzung ausgerechnet auf seinen Geburtstag fiel – er wäre an diesem Tag 79 Jahre alt geworden – macht den Moment noch bewegender.1
Die Trauerhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. So voll, dass man trotz offener Türen kaum einen Blick hinein werfen konnte – rund um die Halle standen und saßen Menschen dicht gedrängt.1 Und zwischen all dem Schwarz blitzte immer wieder Farbe auf: Kölner Karnevalsvereine standen mit ihren Fahnen vor der Tür, Religionsgemeinschaften – darunter die Ahmadiyya-Gemeinde – hielten Blumen in den Händen.1
Das war kein Zufall. Denn der interreligiöse Dialog war Schramma ein echtes Herzensthema. In seiner Amtszeit als Oberbürgermeister gründete er den Rat der Religionen – einen freiwilligen Zusammenschluss von Religionsgemeinschaften und Organisationen, die sich für den interreligiösen Dialog und das friedliche, gleichberechtigte Miteinander aller Kölnerinnen und Kölner einsetzen.1
Viele bekannte Gesichter kamen, um Schramma die letzte Ehre zu erweisen. Mit dabei waren unter anderem Musiker und Ex-Höhner Henning Krautmacher, Düsseldorfs Oberbürgermeister und ehemaliger Kölner Stadtdirektor Stephan Keller, Stadtdechant Msgr. Robert Kleine sowie FC-Präsident Jörn Stobbe.1
Der amtierende Kölner Oberbürgermeister Burmester fand bei der Trauerfeier persönliche Worte. Auch wenn er Schramma nicht lange kannte, habe er ihn als nahbaren Menschen erlebt. Seinen Vorgänger bezeichnete er als echten „Köln-Versteher“.1 Auch die Kritik, die Schramma für seine häufige Präsenz auf Karnevalsveranstaltungen bekam, habe Burmester nie nachvollziehen können – schließlich sei Schramma ein Sammler von Eindrücken Kölns gewesen.1
Bunte Fahnen, Religionsgemeinschaften, Karnevalsvereine, Prominenz aus Politik, Kirche und Sport – dieser Abschied spiegelt wider, was Fritz Schramma als Oberbürgermeister für Köln bedeutete. Eine Stadt, so vielfältig wie sie ist, hat einen ihrer eigenen verabschiedet. Und das auf eine Weise, die er selbst wohl so gewollt hätte.1
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