Dooring-Unfall in Bonn-Endenich: Eine Pedelecfahrerin und ihre zwei Kinder wurden von einer Autotür erwischt. Was du jetzt wissen und beachten solltest.
Was wie ein ganz normaler Montagabend begann, endete für eine 39-jährige Pedelecfahrerin und ihre beiden Kinder im Krankenhaus: Am 31. August 2026 gegen 18:30 Uhr fuhr die Frau mit ihrem E-Bike auf dem Fahrradschutzstreifen der Sebastianstraße in Bonn-Endenich in Richtung Poppelsdorfer Platz – ihre zwei- und vierjährigen Kinder saßen mit dabei. Als sie einen am Straßenrand geparkten Pkw passierte, riss der 40-jährige Fahrer plötzlich seine Autotür auf. Keine Chance zum Ausweichen. Die Frau stürzte, alle drei wurden verletzt.1
Der Begriff klingt vielleicht ungewohnt, das Szenario kennen viele Radfahrende leider aus eigener Erfahrung: Ein „Dooring-Unfall“ passiert genau dann, wenn jemand eine Autotür öffnet, ohne vorher nach hinten zu schauen – und dabei Radfahrende erwischt, die gerade vorbeifahren. Besonders auf belebten Straßen mit Parkstreifen ist das ein echtes Risiko.1
Hier kommt die gute Nachricht in einer eigentlich schlechten Geschichte: Alle drei – die Mutter und beide Kinder – trugen zum Unfallzeitpunkt einen Fahrradhelm. Die Bonner Polizei betont ausdrücklich, dass insbesondere bei den Kindern der Helm dazu beigetragen haben dürfte, schwerwiegendere Kopfverletzungen zu verhindern.1 Kurz gesagt: Der Helm hat hier seinen Job gemacht. Falls ihr also noch überlegt, ob ihr euren Kindern einen Helm aufzieht – dieser Unfall liefert die Antwort.
Die Polizei Bonn gibt einen richtig praktischen Tipp, den man sich sofort merken kann und der in anderen Ländern schon lange Standard ist – der sogenannte „Dutch Reach“: Öffne die Autotür nicht mit der Hand, die der Tür am nächsten ist, sondern mit der anderen Hand. Klingt erstmal komisch, aber dadurch drehst du deinen Oberkörper automatisch nach hinten und schaust in den toten Winkel. So siehst du Radfahrende rechtzeitig – bevor es zum Crash kommt.1
Die weiteren Ermittlungen zu dem Unfall auf der Sebastianstraße übernimmt das Verkehrskommissariat 1 der Bonner Polizei.1 Der Fall zeigt einmal mehr, wie schnell es auf dem Rad gefährlich werden kann – auch auf einem ausgewiesenen Fahrradschutzstreifen.
Ob als Autofahrer:in oder auf dem Rad – dieser Unfall ist ein Weckruf. Ein kurzer Blick nach hinten vor dem Öffnen der Tür, der Dutch Reach als neue Gewohnheit und ein Helm auf dem Kopf der Kinder: Das sind keine großen Aufwände, aber sie können den Unterschied machen. Passt aufeinander auf, NRW!
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