Nach dem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt protestieren Tausende in NRW – in Köln, Aachen, Essen und mehr. Weitere Demos sind bereits fürs Wochenende geplant.
Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt bleibt es in Nordrhein-Westfalen nicht still. Nachdem wir bereits über die große Demo in Köln berichtet haben – schau dir gerne unseren früheren Beitrag zu den Kölner Protesten an – wird jetzt deutlich: Der Protest ist längst in der ganzen Region angekommen. Von Aachen bis Bielefeld gehen die Menschen auf die Straße.
Am Montagabend, dem 8. September, versammelten sich auf dem Kölner Heumarkt tausende Menschen. Das Bündnis „Köln stellt sich quer“ hatte kurzfristig unter dem Motto „Stoppt den Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt und überall – Demokratie stärken!“ aufgerufen. Die Polizei schätzte rund 5.000 Teilnehmende, die Veranstalter mussten sogar kurzfristig mehr Platz für die vielen Anwesenden schaffen.2 Unter den Rednerinnen war auch Brigitta von Bülow, die betonte, wie wichtig es sei, der Demokratie gegen extremistische Ideologien zu verteidigen. Studierendenvertreterin Marie Hacker forderte außerdem mehr Mitsprache für junge Menschen in der Politik.2
Parallel dazu versammelten sich auf dem Münsterplatz in Bonn mehrere hundert Menschen – obwohl die Demo ursprünglich nur für 20 Personen angemeldet war. Der Slogan der Menge: „Hoch mit der Liebe, runter mit dem Hass.“1
Auf dem Katschhof vor dem Aachener Dom zählte die Polizei nach einem Protestzug rund 3.000 Demonstrierende. Das Bündnis „Gegenhalten“ hatte unter dem Motto „Faschismus ist keine Alternative“ aufgerufen. In zahlreichen Reden machten die Veranstalter klar: Man lasse sich nicht einschüchtern und wolle der AfD nicht das Feld überlassen.1
In Essen nahmen laut Polizei und Veranstaltern 1.200 Menschen an der Demo „Zeit für Solidarität“ teil, organisiert vom Bündnis „Essen stellt sich quer“. Vielen Teilnehmenden war es wichtig, „ein Zeichen zu setzen“, wie WDR-Reporterin Nastaran Amirhadji vor Ort berichtete.1
In Bielefeld organisierte das Aktionsbündnis „Zusammenkommen für Solidarität“ eine Kundgebung am Leineweberbrunnen mit rund 200 Menschen. Motto: „Nicht verzweifeln. Aktiv werden jetzt.“ In Münster kamen etwa 400 Menschen auf der Stubengasse zusammen – vor allem Familien, Senioren und Studierende folgten dem Aufruf des Bündnisses „Kein Meter den Nazis“.1
Das war längst nicht alles – weitere Aktionen sind bereits angekündigt:
Die Protestwelle macht nicht an den Grenzen von NRW halt: In Berlin versammelten sich am Montag rund 2.500 Demonstrierende vor dem Brandenburger Tor. Auch in Potsdam kamen Menschen am Alten Markt zusammen. Das Bündnis „Potsdam! bekennt Farbe!“ schrieb: „Die Möglichkeit einer AfD-geführten Landesregierung in Sachsen-Anhalt erfüllt uns mit großer Sorge.“1
Was begann als kurzfristig organisierte Einzelaktionen, wird immer größer. Von spontanen Kundgebungen mit ursprünglich 20 angemeldeten Personen bis hin zu tausendfachen Demonstrationen auf den großen Plätzen NRWs – die Botschaft ist klar und laut: Die Menschen hier wollen eine stabile Brandmauer gegen Rechtsextremismus. Und sie lassen das alle wissen.1
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