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„Keine Extremisten an die Macht“: Tausende Kölner gehen auf die Straße
8. September 2026

Tausende Kölnerinnen und Kölner demonstrierten auf dem Heumarkt gegen die AfD – als Reaktion auf den Wahlsieg der Partei in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent.

Köln sendet ein starkes Signal vom Heumarkt

Unzählige Plakate, „Kein Kölsch für Nazis“-Shirts, „Omas gegen Rechts“-Buttons und Regenbogenfahnen mit Peace-Zeichen – der Heumarkt in Köln war am Dienstagabend komplett gefüllt. Das Bündnis „Köln stellt sich quer“ hatte unter dem Motto „Keine Rechtsextremisten an die Macht“ zur Kundgebung aufgerufen – und Tausende Kölnerinnen und Kölner folgten diesem Aufruf. Der Anlass: die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, aus der die AfD mit einem Wahlergebnis von 43,8 Prozent als klarer Sieger hervorgegangen ist.1

Angemeldet waren laut Polizei 5000 Menschen – es kamen dann aber so viele, dass der Versammlungsleiter noch vor dem offiziellen Start darum bitten musste, weiter auf den Platz zu rücken. Die Botschaft des Abends war klar: „Köln steht hinter euch, keine Extremisten an die Macht.“ Die Antwort der Menge: Jubel und Applaus.1

Wer war dabei?

Neben vielen gesellschaftlich engagierten Gruppen waren auch Vertreterinnen und Vertreter aus den Reihen der Grünen, der Jusos und der Partei Die Linke vor Ort. Außerdem dabei: Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, des ColognePride, des Vereins EL-DE-Haus sowie weiterer Organisationen. „In einer solchen Situation, wenn in Deutschland Rechtsextreme in einem Bundesland erstmals an die Macht kommen können, wollen und müssen wir Demokratinnen und Demokraten laut und deutlich unsere Stimme erheben“, hatten die Organisatoren vorab geschrieben.1

Die Stimmen des Abends

Brigitta von Bülow, Bürgermeisterin und Sprecherin von „Köln stellt sich quer“, machte auf der Bühne deutlich: „Köln ist nicht immun gegen demokratiefeindliche Tendenzen.“ Gleichzeitig zeigte sie sich froh darüber, dass sich alle demokratischen Parteien im Stadtrat erneut klar zur Brandmauer bekannt hätten: „Feinde der Demokratie dürfen nicht salonfähig gemacht werden.“1

Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) und die Fraktionen von Grünen, CDU, SPD, Linken, Volt und FDP/KSG hatten nach der Wahl in Sachsen-Anhalt bekräftigt, an der sogenannten Brandmauer festzuhalten. Burmester unterscheidet dabei zwischen den Wählerinnen und Wählern der AfD und der Partei selbst – eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnt er klar ab.1

Besonders bewegend war der Auftritt von Schülervertreterin Marie Hacker: „Es gibt Gründe dafür, dass auch viele Junge die AfD unterstützen. Wir werden oft klein geredet und nicht ernst genommen. Aber Politik muss jungen Menschen zuhören.“ Ihr Schlusssatz brachte den Heumarkt zum Jubeln: „Es ist Hoffnung da, es macht mir Hoffnung, dass wir hier stehen. Und Hoffnung ist immer auch ein Akt des Widerstands.“1

Marie Knäpper vom Bündnis „Arsch huh“ appellierte ebenfalls an die Zuversicht und richtete klare Worte an die Politik: „Kriegt bitte auch den Arsch hoch.“1

Köln hat das schon mal bewiesen

Dass Kölnerinnen und Kölner auf die Straße gehen, wenn es um Demokratie geht, ist keine Premiere. Nach der Veröffentlichung der Correctiv-Recherche über ein Treffen rechtsextremer Kreise in Potsdam demonstrierten am 16. Januar 2024 bis zu 30.000 Menschen am Heumarkt – ursprünglich waren nur 1000 Teilnehmende angemeldet. Nur wenige Tage später kamen auf der Deutzer Werft unter dem Motto „Demokratie schützen, AfD bekämpfen“ rund 70.000 Menschen zusammen.1

Auf Köln kann man sich verlassen – das hat die Stadt einmal mehr gezeigt. Der Heumarkt als Ort des Protests, der Solidarität und des klaren Signals: Bunt schlägt Braun.

Quellen

  1. „Keine Extremisten an die Macht“: Tausende Kölner demonstrieren gegen die AfD – Kölner Stadt-Anzeiger


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