Im legendären Haushaltswarenladen an der Kölner Weidengasse entsteht die Paluma-Bar – mit Wein, Kultur und viel Liebe zur Geschichte des Kultlokals.
Kennst du die Weidengasse in Köln? Dann weißt du vielleicht noch, was dort jahrzehntelang für eine Institution stand: das Haushaltswarengeschäft Eduard Balke, geführt von der unvergesslichen Paula Filz. Mit 91 Jahren starb sie 2022 – und seitdem war es still im Laden. Doch jetzt tut sich was! Im legendären Ladenlokal entsteht eine Weinbar. Die Bar heißt Paluma und soll noch in diesem Jahr eröffnen.1
Hinter dem Konzept stecken drei Menschen mit einer klaren Vision: Luca Schüten (31), Pablo Middendorf (26) und Mascha Albl (33). Der Name Paluma? Der setzt sich einfach aus den ersten Silben ihrer Vornamen zusammen – Pa-lu-ma. Wie cool ist das denn?1
Die drei sind übrigens keine gelernten Gastronomen. Schüten kommt aus der Musikbranche, Albl ist Film-Producerin. Mit Pablo Middendorf vom Kölner Weinhandelshaus Middendorf ist aber ein echter Weinspezialist mit an Bord. Er plant rund 100 europäische Weine auszuwählen – meistens direkt von Familienbetrieben und Winzern, mit denen er persönlich in Kontakt steht.1
Wie kamen sie überhaupt auf die Idee? „Wir wohnen an der Agneskirche und sind oft an diesem wunderschönen Ladenlokal vorbeigelaufen und dachten: Da müsste man doch etwas draus machen“, erzählt Mascha Albl.1 Und genau das tun sie jetzt.
Was die Paluma-Bar wirklich besonders macht? Die drei wollen so viel vom ursprünglichen Charakter des Ladens erhalten wie möglich. Die alten Regale, auf denen früher Geschirr, Kaffeekannen, Einmachgläser und allerlei Nippes standen, werden aufgearbeitet und wieder eingebaut – dann allerdings mit Weinflaschen bestückt. Auch die berühmte Schiebeleiter, mit der Paula Filz die oberen Regale erreichte, kehrt zurück. Und die alte Verkaufstheke? Die wird zum Bartresen.1
Sogar die altertümliche Kasse bleibt erhalten. Das große Außen-Werbeschild mit der Aufschrift „Ed. Balke“ soll ebenfalls bleiben. Die Fassade des 1890 erbauten Hauses steht unter Denkmalschutz – lediglich die weinrote Farbe an der stählernen Fenster-Umrahmung muss auf Wunsch des Denkmalamtes entfernt werden, da sie nicht original ist.1
Drinnen soll es 35 Plätze geben, dazu noch einige draußen. Und wer jetzt denkt, das war’s – falsch gedacht! Auch Konzerte und andere Kulturveranstaltungen sind fest eingeplant. Das passt gut zum Viertel, das die drei als „ganz dynamisch“ beschreiben. Bisher gilt der Ebertplatz oft als eine Art Barriere zwischen Eigelstein und Agnesviertel. Die Weinbar könnte genau diese Barriere brechen.1
Die Nachbarschaft hat das Paluma-Team übrigens super herzlich aufgenommen. Die Leute erzählen, dass sie früher hier eingekauft haben oder sogar mit Paula Filz zur Schule gegangen sind. Ein schöner Gedanke also, dass Luca Schüten ankündigt: „Wir wollen auf jeden Fall den Segen des Geistes von Paula Filz spüren, wenn wir aufmachen. Deshalb planen wir auch einen Gedenkabend für sie.“1
Eduard Balke hatte den Laden 1937 gegründet, seine Tochter Paula übernahm 1973 und stand seitdem jeden Tag hinter dem Tresen. Nachdem sie 2022 verstarb, kaufte ein Berliner das Haus – und wünschte sich eine Weinhandlung oder ein Café als Pächter. Das Paluma-Team bekam schließlich den Zuschlag. Jetzt wird aus dem Kultladen ein neuer Treffpunkt für Wein, Musik und gute Gespräche – und das fühlt sich irgendwie richtig an.1
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