Am Dortmunder Hauptbahnhof drohte eine 32-Jährige einem Jugendlichen mit Gewalt – die Bundespolizei entdeckte dabei einen offenen Haftbefehl und brachte sie…
Am Dortmunder Hauptbahnhof ist am 6. August eine Situation eskaliert, die zunächst harmlos wirkte: Eine Frau bat einen 16-Jährigen um Geld. Als der ihr sagte, dass er nichts für sie habe, drohte sie ihm laut eigenen Angaben des Jugendlichen damit, ihn zu schlagen – wenn er ihr kein Geld gebe. Der Teenager wandte sich daraufhin gegen 18:20 Uhr direkt an eine Streife der Bundespolizei, die im Hauptbahnhof Dortmund unterwegs war.1
Die Bundespolizisten machten die 32-jährige Frau ausfindig und belehrten sie. Zu dem Vorfall mit dem Jugendlichen wollte sie sich nicht äußern.1 Die Überprüfung ihrer Personalien brachte dann aber noch etwas ganz anderes ans Licht: Gegen die wohnungslose Frau lag ein offener Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Hagen vor.
Das Amtsgericht Hagen hatte sie wegen Erschleichens von Leistungen in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 2.640 Euro verurteilt – zuzüglich 88 Euro Kosten. Alternativ drohten ihr 44 Tage Haft.1 Da die Frau angab, die geforderte Summe nicht bezahlen zu können, blieb ihr nur eine Option: die Justizvollzugsanstalt.
Die Bundespolizisten verhafteten die 32-Jährige daraufhin vor Ort. Im Anschluss an alle polizeilichen Maßnahmen wurde sie direkt in eine Justizvollzugsanstalt überstellt.1 Damit endete der Abend für sie hinter Gittern – ausgelöst durch eine Begegnung am Bahnhof, die für einen 16-Jährigen ganz schön beängstigend gewesen sein dürfte.
Doch damit nicht genug: Die Bundespolizei leitete zusätzlich ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung ein. Die Drohung gegenüber dem Jugendlichen bleibt also nicht ohne rechtliche Konsequenzen.1
Der Begriff klingt erstmal sperrig, meint aber letztlich: Leistungen in Anspruch nehmen, ohne dafür zu bezahlen – zum Beispiel Schwarzfahren in Bus oder Bahn. Genau das war der Grund für den Haftbefehl, der der Frau am Ende zum Verhängnis wurde. Ein offener Haftbefehl kann einen also wirklich überall einholen – auch am Hauptbahnhof Dortmund.1
Was für den Jugendlichen als unangenehme Begegnung begann, endete für die 32-Jährige mit einer Nacht – und mehr – in der JVA. Die Bundespolizei am Dortmunder Hauptbahnhof hat mit ihrer schnellen Reaktion nicht nur einem verunsicherten Teenager geholfen, sondern gleichzeitig einen offenen Haftbefehl vollstreckt. Manchmal holt einen die Vergangenheit eben genau dann ein, wenn man es am wenigsten erwartet.1
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