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Falck-Skandal in Duisburg: Stadt mahnt Rettungsdienst ab
18. Oktober 2026

Falck-Skandal in Duisburg: Die Stadt hat den Rettungsdienstleister abgemahnt, während Staatsanwaltschaft und Amtsgericht weiter gegen Mitarbeiter ermitteln.

Stadt Duisburg zieht Konsequenzen aus Falck-Affäre

Knapp drei Monate nachdem der Skandal um den Rettungsdienstleister Falck in Duisburg bekannt wurde, gibt es jetzt neue Entwicklungen. Mitarbeiter des privaten Dienstleisters, die im Auftrag der Stadt an der Feuerwache 3 in Hamborn stationiert sind, sollen sich respektlos gegenüber Patienten verhalten haben. Einige sollen sogar Fotos von Patienten gemacht und sie verhöhnt haben. Hinzu kommen Vorwürfe über fachlich falschen Umgang mit Patienten, ungesicherte Krankenfahrten und den missbräuchlichen Konsum gestohlener Medikamente im Dienst.

Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet, hat Falck mindestens zwei Beschäftigten bereits fristlos gekündigt. Zwischen der Stadt und dem Unternehmen entbrannte zudem ein öffentlich ausgetragener Konflikt, nachdem sich Falck in einem Brief an alle Ratsmitglieder gewandt hatte. Stadtdirektor Martin Murrack kritisierte daraufhin in einer Ratssitzung, dass das Unternehmen kaum Energie in die Aufklärung stecke, sondern stattdessen Medienschelte betreibe und den eigenen Auftraggeber diskreditiere.

Interne Untersuchung sieht kein systematisches Versagen

Falck selbst hatte im Juni eine Complianceuntersuchung in Auftrag gegeben. Die beauftragte Kanzlei kam zu dem Schluss, dass sich die Vorwürfe gegen das Unternehmen „nicht oder nicht hinreichend bestätigen“ ließen. Es handle sich lediglich um das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter, von bewusstem Wegsehen oder gezielter Unterdrückung von Hinweisen könne keine Rede sein. Für die Wache in Hamborn kündigte Falck dennoch eine grundlegende organisatorische Neuaufstellung an, inklusive intensivierter Präsenz der Führung vor Ort. Nach Angaben des WDR soll zudem das Personal rotieren, um kritische Gruppenbildungen zu verhindern.

Wie es zwischen Stadt und Unternehmen danach weiterging, ließ sich nur mithilfe des Informationsfreiheitsgesetzes klären. Jetzt ist bekannt: Die Stadt Duisburg hat Falck offiziell abgemahnt, wegen mehrerer Verstöße gegen Pflichten aus der bestehenden Einbindungsvereinbarung. Übersetzt heißt das: eine Rüge wegen Schlechtleistung. Sollten weitere Verstöße folgen, könnte am Ende sogar die Kündigung des eigentlich bis 2030 laufenden Vertrags stehen. Im Rahmen dieser Vereinbarung stellt Falck der Stadt drei Rettungswagen samt Besatzung.

Stadt will künftig genauer hinschauen

Anja Kopka, Leiterin des Amtes für Kommunikation, erklärte laut WAZ, dass die Stadtverwaltung nach der Complianceuntersuchung die von Falck zur Verfügung gestellten Unterlagen geprüft habe. Dabei seien „Defizite im Umgang mit den bekannt gewordenen Vorwürfen festgestellt“ worden. Künftig will die Stadt die angekündigten organisatorischen Maßnahmen und die Einhaltung der vertraglichen Pflichten eng überwachen und entsprechende Nachweise einfordern. Die Qualitätsanforderungen gelten laut Kopka im Übrigen für alle im städtischen Rettungsdienst eingesetzten Leistungserbringer gleichermaßen.

Juristisch ist die Sache noch lange nicht vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt nach mehreren Anzeigen weiter. Bei vier Beschuldigten besteht der Verdacht der Beleidigung, der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie der Belohnung und Billigung von Straftaten. Laut Staatsanwältin Dr. Duygu Dişçi-Semer werden derzeit noch weitere Zeugen vernommen. Vor dem Amtsgericht Ruhrort läuft zudem ein Verfahren gegen einen Falck-Mitarbeiter, der sich im Einsatz gegenüber einem Patienten respektlos verhalten haben soll. Erst ein eintreffender Notarzt soll das unterbunden haben, ein Mitarbeiter der Feuerwehrleitstelle soll die Situation mitangehört haben. Falck selbst äußerte sich dazu nicht erneut und verwies darauf, man habe sich im Vorfeld bereits umfassend geäußert.

Während sich der Fall rund um den Rettungsdienst weiter durch die Instanzen zieht, hatten wir in einem früheren Beitrag bereits über andere Ereignisse aus Duisburg berichtet. Der Falck-Skandal zeigt aber, wie lange sich solche Angelegenheiten zwischen Behörden und privaten Dienstleistern hinziehen können, bis am Ende klare Konsequenzen stehen.

Quellen


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