Die Feuerwehr Ratingen hat den Ernstfall an der Kirche St. Peter und Paul trainiert – mit verrauchtem Glockenturm, Kulturgüterschutz und vielen Einheiten im…
Enger Treppenaufgang, dichter Rauch im Glockenturm und dazu noch wertvolle Kulturgüter, die es zu schützen gilt – klingt nach einem echten Albtraum-Szenario, oder? Genau das hat die Feuerwehr Ratingen jetzt aber ganz gezielt trainiert. An der Kirche St. Peter und Paul in Ratingen-Mitte fand eine groß angelegte Einsatzübung statt, die es in sich hatte.1
Besonders cool daran: Die Einsatzkräfte wurden nicht vorab alarmiert, sondern rückten eigenständig von den Feuerwachen und Gerätehäusern ab. Der Führungsdienst und die Feuerwache 2 starteten um 19:35 Uhr, die Löschzüge Mitte, Tiefenbroich und Lintorf folgten um 19:40 Uhr. Auch die Jugendfeuerwehr und die Unterstützungsabteilung waren mit dabei – ein echter Großaufzug also.1
Nach der Ankunft an der Kirche lief dann alles so ab, als wäre es ein echter Notfall. Schwerpunkt der Übung war die Brandbekämpfung und Menschenrettung im Glockenturm. Die Einsatzkräfte trainierten ihr Vorgehen in Anlehnung an das Hochhauskonzept und erkundeten die Rettungs- und Angriffswege unter realen Bedingungen.1
Aber nicht nur der Glockenturm war ein Thema. Die Feuerwehr prüfte auch, wo Drehleitern optimal aufgestellt werden können und testete unter den örtlichen Bedingungen die Wurfweite des Wenderohres – praktisch und direkt vor Ort, nicht nur auf dem Papier.1
Ein weiterer spannender Part der Übung: die Sicherung der Kulturgüter in der Kirche. Gemeinsam mit den Kirchenvertretern wurde auf Basis des Feuerwehrplans festgelegt, welche Gegenstände im Ernstfall geborgen werden müssten. Damit das möglichst realistisch ablief, wurden die entsprechenden Objekte durch gekennzeichnete Ersatzgegenstände dargestellt – und auch der personelle sowie technische Aufwand wurde dabei direkt mitgedacht.1
Was die Übung besonders auszeichnete: Es ging nicht darum, möglichst schnell und dramatisch zu wirken. Stattdessen wurden alle Maßnahmen ruhig und strukturiert abgearbeitet – Schritt für Schritt, um Schwachstellen zu erkennen und die bestehenden Einsatzplanungen gezielt weiterzuentwickeln. Die Zusammenarbeit zwischen Führungsdienst, Einsatzkräften, Kirchenvertretern und den verschiedenen Einheiten konnte dabei direkt in der Praxis erprobt werden.1
Die gewonnenen Erkenntnisse fließen nun nicht nur in die Planung für St. Peter und Paul ein, sondern helfen der Feuerwehr Ratingen dabei, sich auf mögliche Einsätze an weiteren Kirchen und kulturellen Gebäuden vorzubereiten.1
Die Feuerwehr Ratingen richtete nach der Übung einen ausdrücklichen Dank an die Kirche und deren Vertreterinnen und Vertreter, die mit großem Engagement und wertvoller Unterstützung dabei waren. Genauso wurden alle eingesetzten Kräfte für ihre Professionalität und ihren Teamgeist gelobt – und auch die Bevölkerung, die mit Verständnis und Kooperationsbereitschaft dazu beitrug, dass alles reibungslos ablaufen konnte.1
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