Kölner Kioske verkaufen Vapes an Minderjährige – bei Testkäufen des Ordnungsamts scheiterte der Jugendschutz in fünf von sechs Fällen. Alle Ergebnisse hier.
Wer in der Kölner Südstadt unterwegs ist, kennt die kleinen Kioske an jeder Ecke – viele nutzen sie für einen schnellen Snack oder Getränke, wie wir auch in einem früheren Beitrag über die Mittagsangebote im Veedel schon gezeigt haben. Doch jetzt machen Kölner Kioske aus ganz anderen Gründen Schlagzeilen: Das Ordnungsamt hat alarmierende Ergebnisse bei Testkäufen veröffentlicht – und die zeigen, wie locker Jugendliche dort an E-Zigaretten kommen.1
Das Ordnungsamt war am Dienstag mit jugendlichen Testkäufern im Kölner Stadtteil Ehrenfeld unterwegs. Das Ergebnis ist erschreckend eindeutig: In fünf von sechs besuchten Geschäften am Vormittag verkauften Beschäftigte den minderjährigen Testkäufern Vapes – ohne auch nur einmal nach dem Ausweis zu fragen. Nur in einem einzigen Kiosk gab es eine Abfuhr.1
Auch am Nachmittag lief es nicht besser: Gleich im ersten Kiosk konnten die jugendlichen Testkäufer problemlos E-Zigaretten kaufen. Franziska Hagemeister von der Gewerbeabteilung des Ordnungsamtes erklärte gegenüber dem WDR das weitere Vorgehen: „Wir bringen die Zigaretten jetzt zurück in den Kiosk und lassen uns das Geld erstatten.“ Gegen die ertappten Verkäufer laufen nun Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten.1
Die Testkäufe sind Teil einer größeren Kontrollwelle: Seit Karneval hat das Ordnungsamt mehr als 160 Kioske in Köln überprüft. Bei mehr als zwei Dritteln der Geschäfte stellten die Beamten Verstöße fest – das ist eine erschreckend hohe Quote.1
Dabei blieb es nicht nur beim Thema Jugendschutz. Die Beamten stießen regelmäßig auch auf:1
Bei Steuerdelikten und Produktpiraterie zieht das Ordnungsamt den Zoll hinzu, Drogenfunde sind Sache der Polizei.1
Das eigentliche Problem: Die vorhandenen Sanktionen greifen kaum. Zwar kann das Ordnungsamt Kioskbetreibern, die gegen Gesetze verstoßen, die Gewerbeausübung untersagen. Doch nach WDR-Informationen lässt sich diese Sperre leicht umgehen. Sobald ein Betreiber mit einem Verbot belegt wird, melden sich häufig Verwandte oder Bekannte und eröffnen das Gewerbe neu – der Kiosk läuft dann meist schon kurz nach der Untersagung weiter wie gehabt.1
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wer als Jugendlicher in Köln eine Vape kaufen will, hat offenbar wenig Mühe damit. Das ist nicht nur ein Problem für den Jugendschutz – die Kiosk-Kontrollen zeigen, dass einige dieser kleinen Läden zu echten Umschlagplätzen für illegale Waren geworden sind. Ob das Ordnungsamt mit seinen aktuellen Mitteln wirklich etwas daran ändern kann, bleibt abzuwarten.1
Eins ist klar: Das Thema wird Köln noch länger beschäftigen. Wir halten euch auf dem Laufenden – hier auf antenne.nrw.
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