Schockanruf in Geilenkirchen: Betrüger erbeuten fünfstelligen Betrag von Seniorin. Die Polizei Heinsberg sucht Zeugen und gibt wichtige Tipps zum Schutz.
Ein Anruf, eine erfundene Horrorgeschichte und am Ende ein riesiger Geldverlust – das ist in Geilenkirchen leider bittere Realität geworden. Eine Seniorin ist Opfer eines sogenannten Schockanrufs geworden und hat dabei einen fünfstelligen Betrag an Betrüger übergeben.1 Die Polizei Heinsberg sucht jetzt dringend nach Zeugen, die helfen können, die Täter zu schnappen.
Am Mittwochmittag, den 21. Oktober, klingelte bei der Frau gegen 13 Uhr das Telefon. Am anderen Ende: ein Unbekannter, der ihr erzählte, ihr Sohn habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und sitze deshalb im Gefängnis.1 Für seine Freilassung sollte angeblich eine Kaution gezahlt werden – abgeholt werden sollte das Geld von einem vermeintlichen Mitarbeiter des Amtsgerichts.
Und genau das passierte dann auch: Gegen 13.30 Uhr stand der angebliche Abholer vor der Tür der Geilenkirchenerin. Die Seniorin übergab ihm daraufhin einen fünfstelligen Geldbetrag.1 Ein klassischer, aber eben auch besonders perfider Fall von Enkeltrick-Betrug, bei dem die Täter gezielt auf die Ängste und Sorgen von Angehörigen setzen.
Die Polizei hat bereits eine Beschreibung der beiden Männer, die an der Tat beteiligt waren. Der Abholer des Geldes war laut Angaben etwa 30 bis 35 Jahre alt, hatte kurze blonde Haare und sprach akzentfreies Deutsch. Bekleidet war er mit einem beige-braunen Jogginganzug.1
Begleitet wurde er von einem zweiten Mann im ähnlichen Alter, ebenfalls mit kurzen blonden Haaren, der eine dunkle Arbeitshose trug.1 Beide waren zur Tatzeit im Bereich der Graf-Goltstein-Straße / An St. Johann unterwegs.
Dass solche Maschen aktuell wieder vermehrt auftauchen, zeigt ein weiterer Vorfall aus Heinsberg-Oberbruch: Dort erhielt nur einen Tag später, am 22. Oktober, eine Frau mehrere Anrufe einer unbekannten Person, die ihr in russischer Sprache von einem angeblichen schweren Unfall ihrer Tochter berichtete. Auch hier sollte Geld für eine angebliche Operation und um Polizeiprobleme zu vermeiden übergeben werden. Die Betrugsmasche scheint also aktuell gehäuft in der Region unterwegs zu sein.
Die Kreispolizeibehörde Heinsberg sucht nun Zeugen, die Angaben zur Identität der beiden Männer machen können oder die im Bereich der Graf-Goltstein-Straße / An St. Johann verdächtige Beobachtungen gemacht haben.1 Zuständig ist das Kriminalkommissariat 4 der Polizei Heinsberg, erreichbar unter der Telefonnummer 02452 920 0. Hinweise können auch online über die Internetseite der Polizei NRW abgegeben werden.1
Fälle wie dieser zeigen leider immer wieder, wie dreist und gut organisiert solche Betrugsmaschen ablaufen. Wenn ihr einen Anruf bekommt, bei dem angeblich ein Familienmitglied in Not ist und sofort Geld gebraucht wird – bleibt ruhig und legt im Zweifel auf. Ruft die betroffene Person direkt unter der euch bekannten Nummer an und sprecht im besten Fall mit Freunden oder Nachbarn darüber, bevor ihr irgendetwas übergebt. Und ganz wichtig: Die echte Polizei fordert niemals am Telefon Geld oder Wertgegenstände.
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