Barrierefreie Events in Köln finden wird jetzt viel einfacher: Dank neuer Piktogramme auf der Plattform Rausgegangen siehst du sofort, was dich erwartet.
Kennst du das? Du kaufst ein Ticket, freust dich auf das Event – und stehst dann vor einer Treppe, die alles zunichtemacht. Genau das ist Mirjam Tomše, Behindertenbeauftragte der Stadt Köln, schon passiert. Hätte sie die Info zur Barrierefreiheit vorher gehabt, wäre das Ticket gar nicht erst im Warenkorb gelandet. Damit solche Situationen der Vergangenheit angehören, haben die Stadt Köln und die Event-Plattform Rausgegangen jetzt gemeinsam ein richtig cleveres System entwickelt.1
Ab sofort zeigt die Webseite und App von Rausgegangen einheitliche Piktogramme, die auf einen Blick verraten, wie barrierefrei – oder eben nicht – ein Ort oder eine Veranstaltung ist.1 Schluss mit stundenlangem Anrufen, Googeln oder Mailen! Ob Rollstuhlzugänglichkeit, barrierefreie Toilette oder Hinweise zu Triggerwarnungen – du siehst direkt, was dich erwartet. Und das Beste: Du kannst nach deinen eigenen Bedürfnissen filtern und dir nur die Events anzeigen lassen, die wirklich zu dir passen.
Die Piktogramme wurden vom Kölner Kulturamt entwickelt – und zwar nicht einfach so am Reißbrett, sondern gemeinsam mit Betroffenen. Getestet, überprüft, verbessert, verworfen – und wieder von vorne. „Man muss sie ja auf seiner Webseite, auf seinem Flyer oder eben in seiner App zeigen wollen“, sagt Kulturamtsleiterin Juana von Stein.1 Schön sollen sie also auch sein.
Der Ausgangspunkt war eine Befragung von knapp 600 Kölner Kulturakteurinnen und -akteuren im Jahr 2024. Das Ergebnis war eindeutig: Mehr als 80 Prozent bestätigten, dass Barrierefreiheitsangebote zwar vorhanden, aber viel zu wenig sichtbar sind.1 Für Rausgegangen-Gründer Tim Betzin war außerdem klar, dass Veranstalter oft gar nicht wussten, wie sie ihre Barrierefreiheit überhaupt kommunizieren sollen – da kam die Zusammenarbeit mit der Stadt genau richtig.
Von der Konzeptphase im März bis zur Einführung Ende August hat die Umsetzung rund sechs Monate gedauert – ein normales Tempo für ein Start-up, aber eine eher ungewöhnliche Geschwindigkeit für eine Stadtverwaltung, wie von Stein selbst zugibt.1
Veranstalterinnen und Veranstalter tragen beim Anlegen eines Events einfach ein, welche Piktogramme zutreffen. Angaben zu einer Location werden dann automatisch an alle zukünftigen Veranstaltungen dort weitergegeben – einmal eingetragen, immer aktuell.1 Jedes Piktogramm ist außerdem mit einer Erklärung hinterlegt, damit keine Missverständnisse entstehen: Eine als „barrierefrei“ gekennzeichnete Toilette ist zum Beispiel nicht automatisch für jeden Elektrorollstuhl geeignet.
Das Projekt ist längst kein reines Köln-Ding mehr. Bis zur offiziellen Vorstellung haben bundesweit bereits 326 Locations ihre Barrierefreiheits-Merkmale hinterlegt – verteilt auf rund 10.000 Termine. Tendenz steigend.1 Rausgegangen ist in Deutschland und Österreich aktiv, und der Piktogramm-Standard soll in beiden Ländern für mehr Transparenz sorgen. Die stärkste Nutzung verzeichnet aktuell Köln, gefolgt von Berlin, München und Leipzig.
Kulturdezernent Stefan Charles hat nach eigenen Angaben bereits Freunden in London, New York und Paris von dem Projekt erzählt – und die seien alle begeistert. Juana von Stein bringt es auf den Punkt: „Was in Köln entstanden ist, wird damit den Zugang zur Kultur spürbar verbessern – und für sehr viele Menschen in ganz Deutschland einen echten Unterschied machen.“1
Klar ist: Piktogramme reißen keine Treppen ab und bauen keine Rampen. Aber sie schaffen eine verlässliche Informationsgrundlage, damit du gar nicht erst in die blöde Situation kommst, vor verschlossenen Türen zu stehen. Robin Heß von Rausgegangen sagt es so: „Mit dem neuen Feature schaffen wir mehr Klarheit. Es ist ein erster Schritt – und wir wollen weiter daran arbeiten, dass mehr Menschen Kultur erleben können.“1
Wenn du das Feature gleich ausprobieren willst – einfach auf rausgegangen.de schauen und nach barrierefreien Events in deiner Stadt filtern. Mehr Kultur für alle – das klingt nach einem Plan!
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