Das Festival Shalom-Musik Köln startet am 1. September mit 70 Konzerten an 25 Orten. Hier erfährst du alles über Highlights, Programm und kostenlose…
Köln macht im September wieder Musik-Geschichte: Vom 1. bis zum 10. September findet das Festival Shalom-Musik Köln zum vierten Mal statt – und das größer als je zuvor. 70 Konzerte an 25 Orten warten auf dich, mit einem Programm, das von Klassik und Klezmer bis zu Folk und Jazz reicht. Das Motto in diesem Jahr? „Zuhören.“ Und das lohnt sich wirklich.1
Veranstaltet wird das Festival vom Kölner Forum für Kultur im Dialog, in Kooperation mit der Kölner Synagogen-Gemeinde. Der Erfolg aus 2024 – damals kamen rund 10.000 Besucher und Besucherinnen – war laut Vereinsvorsitzender Claudia Hessel der Ansporn, weiterzumachen. Ihr Versprechen: Wer kommt, entdeckt „eine Musik, die weit über bekannte Klischees hinausreicht: lebendig, international und überraschend.“1
Einer der ganz besonderen Künstler des Festivals ist der israelische Musiker Bar Zemach, der als „Artist in Residence“ gleich bei mehreren Konzerten dabei ist. Der 25-Jährige hat sich einer außergewöhnlichen Mission verschrieben: Er möchte den Schofar – ein aus einem Tierhorn gefertigtes Blasinstrument, das seit rund 3000 Jahren im jüdischen Gottesdienst verwendet wird – als Soloinstrument auf Konzertpodien etablieren.1
Das klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich, denn der Schofar ist eigentlich nicht für abgestufte Tonhöhen konzipiert. Doch Zemach schafft es durch gezielte Veränderung der Lippenspannung, Töne in Abstufungen über drei Oktaven hinweg zu erzeugen. Sein Instrument – ein Kuduhorn, das er als 18-Jähriger von seinem Großvater geschenkt bekam – hat er bei der Programmvorstellung in der Synagoge an der Roonstraße eindrucksvoll in Szene gesetzt. Zur allgemeinen Überraschung spielte er damit auch die Hymne des 1. FC Köln. Kölle Alaaf!1
Das Festival startet am 1. September mit dem Eröffnungskonzert in der Flora. Im Mittelpunkt steht eine Uraufführung: Der Kammerchor des Kölner Männer-Gesang-Vereins trägt Vertonungen von vier Gedichten der in Köln geborenen jüdischen Lyrikerin Hilde Domin vor – in Töne gesetzt vom zeitgenössischen Komponisten Shay Cohen. Dazu gibt es Chormusik von Klassik bis zu den Comedian Harmonists sowie jiddische Lieder von Sharon Brauner & The Toy Goys.1
Am 5. September tritt Zemach gleich zweimal mit dem Jewish Chamber Orchestra Hamburg im „Ventana“ in Sülz auf – beim Familienkonzert und beim Konzert „Tikkun Olam“, bei dem unter anderem Werke von Mahler und Piazzolla zu hören sind.1
Besonders spannend: der „Lange Tag mit jüdischer Musik“ am 6. September, an dem an 15 Orten – darunter die Synagoge Roonstraße und der Dom – kostenlose Kurzkonzerte geboten werden. Hier ist der Eintritt gratis, also null Ausreden!1
Den krönenden Abschluss macht das Festival am 10. September in der Trinitatiskirche: Die Sopranistin Dame Emma Kirkby tritt auf, und hebräische Psalmen des jüdischen Barockkomponisten Salomone Rossi treffen auf Vertonungen von Heinrich Schütz.1
Das Festival hat auch eine klare gesellschaftliche Bedeutung. Kölns Bürgermeisterin Derya Karadag brachte es auf den Punkt: „Es gilt, daran zu arbeiten, zur Normalität zu kommen. Das Festival hilft uns, diese Normalität herzustellen.“ Michael Rado vom Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln ergänzte: „Jeder, der nicht hingeht, hat etwas versäumt.“1
Kölns jüdische Gemeinde gilt übrigens als die älteste nördlich der Alpen – ein Grund mehr, dieses besondere Festival zu feiern und zu unterstützen.1
Der Ticketverkauf hat bereits begonnen. Alle Infos zum Programm findest du direkt auf der Festival-Website:
Also, worauf wartest du noch? Schnapp dir deine Tickets und lass dich von jüdischer Musik überraschen – versprochen, du wirst etwas erleben, das du so schnell nicht vergisst.1
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