Die Jugendkirche CRUX in Köln hat zur Gamescom Gaming und Glauben verbunden – mit Lichtinstallation, Bibelverses und einem Talk über Faith and Pixels.
Gaming trifft Glaube – und das mitten in Köln. Was wir dir schon berichtet haben, hat zur Gamescom eine richtig spannende neue Dimension bekommen. Das Jugendpastorale Zentrum CRUX in der Kölner Südstadt hat nämlich nicht einfach nur die Türen für Gamescom-Besucher aufgemacht. Es hat mit einer spektakulären Lichtinstallation in der Kirche St. Severin echten Wow-Effekt erzeugt – und dabei ganz große Fragen gestellt.1
Genau das war das Motto des Abends. Simone Wosniok, Beauftragte für Stadtjugend- und Hochschulseelsorge, hat bunte Bilder aus bekannten Games – darunter Mario Kart, Animal Crossing, The Sims, Halo und Diablo – an die Kirchenmauer geworfen. Direkt daneben? Bibelverse. Das klingt erstmal ungewohnt, hat aber eine echte Message.1
Wosniok, die auch das Drehbuch zur Lichtinstallation geschrieben hat, erklärt es so: „Im Spiel können wir jemand anderes sein – Heldin, Entdecker, Retterin, oder einfach nur jemand, der eine zweite Chance bekommt.“ Computerspiele seien einerseits Spiegel des Lebens und unserer Sehnsüchte – andererseits ein Ort, sich auszuprobieren. Und das stellt Fragen, die nicht nur Jugendliche beschäftigen: Wer will ich sein? Wofür kämpfe ich? Was passiert, wenn ich scheitere?1
Schon am Freitagabend, einen Tag vor der Lichtinstallation, lud das CRUX zu einem Talk-Abend ein – und das war neu gegenüber bisherigen Aktionen. Mit dabei waren die Macher des Kooperationsprojekts „Faith and Pixels“ sowie Jugendpastor Max Moll von der Initiative „wunderpunkt“. Ruben Ullrich, einer der drei Hosts von Faith and Pixels, zieht ein positives Fazit: „Es war eine wertschätzende und aufbauende Atmosphäre. Wir haben uns nicht nur ausreden lassen, sondern auch in unserem ‚Nerd-Sein‘ und mit unseren verschiedenen Meinungen ernstgenommen.“1
Für Ullrich ist der Dialog zwischen Gamern und der Kirche keine Option, sondern Notwendigkeit – „egal ob evangelisch, katholisch oder sonst wie“. Es gehe nicht darum, Spiele zu verteufeln oder zu verherrlichen, sondern darum, sie als Teil der Realität junger Menschen anzuerkennen. „Wir haben Menschen kennengelernt, für die Gaming ein großer Teil ihres Lebens ist. Sie schließen durchs Gaming Freundschaften, teilen Lebensereignisse und laden sogar einander zur Hochzeit ein.“1
Beworben hat das CRUX sein Angebot unter dem Stichwort „God Mode“ – ein Begriff aus der Gaming-Szene. Gemeint ist ein Cheat Code, der eine Spielfigur unsterblich und unbesiegbar macht. Im echten Leben gebe es diesen Modus aber nicht, betont Wosniok: „Man kann nicht einfach speichern und zurückgehen. Scheitern, Verlust, Tod – das sind Dinge, die endgültig sind.“ Genau da könne der Glaube Hoffnung geben. Ihr Fazit: „Für uns Christen gibt es kein Game Over. Es geht danach weiter.“1
Kaplan Johannes Kutter, der im Foyer mit drei jungen Männern ins Gespräch kam, die aus reiner Neugierde vorbeigekommen waren, sieht das entspannt: Die Gäste hatten die Bibelverse in der Lichtinstallation gar nicht als solche erkannt. Für ihn ist das kein Problem – die Parallelen seien ein Angebot und lüden zur Reflexion ein. Nicht mehr und nicht weniger.1
Pfarrer Thorben Pollmann schätzt, dass an diesem Abend über die Hälfte der Besucher nicht zur üblichen CRUX-Gemeinde gehörte. Genau das ist der Punkt: Das CRUX, das Jugendpastorale Zentrum der Katholischen Kirche in der Kölner Südstadt, versteht sich als Ort für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen – mit Kirche und Café unter einem Dach. Und zur Gamescom hat es bewiesen, dass Glaube und Gaming-Kultur mehr gemeinsam haben, als man vielleicht denkt.1
Eine Kombination, die neugierig macht – und zeigt: In Köln passieren rund um die Gamescom auch abseits der Messehallen richtig interessante Dinge.
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