Ursula Förster und Luise Blaeser engagierten sich jahrzehntelang ehrenamtlich in Frechen – ihre Geschichte zeigt, wie viel ein Mensch bewegen kann.
Manchmal braucht es keine großen Gesten – manchmal reicht eine einfache Frage: „Könnt ihr noch helfende Hände gebrauchen?“ Genau das fragten Ursula Förster (79) und Luise Blaeser (81) immer wieder. Und sie wurden gebraucht. Jahrzehntelang haben die beiden Frauen aus Frechen-Habbelrath mit unermüdlichem Einsatz Seniorinnen und Senioren, Bedürftige und Kranke unterstützt – und dabei etwas Wichtiges festgestellt: „Die Freude, die wir schenken, kehrt in unser eigenes Herz zurück.“1
In Habbelrath sei früher nichts los gewesen, erinnern sich die beiden. Das änderte sich 1983 mit der Gründung der Antoniusstube, der Seniorenstube der katholischen Frauengemeinschaft der Pfarrgemeinde St. Antonius. Ursula Förster engagierte sich dort ganze 43 Jahre lang – mal als Helferin, mal als Leiterin des Seniorenkreises. Luise Blaeser war 25 Jahre mit dabei.1
Was machte die Antoniusstube so besonders? Kaffee und Kuchen, Plaudern, Gymnastikkurse, Handarbeitskreis, Kartenspiele für Herren – klingt entspannt, steckt aber voller Bedeutung. „Einige Senioren haben uns anvertraut, sie brauchen diesen Tag, um ihr Mundwerk zu bewegen“, erzählt Luise Blaeser. Einsamkeit ist ein riesiges Thema – und genau dagegen wollten die beiden stets ankämpfen.1
Was die zwei Ehrenamtlerinnen über die Jahre alles auf die Beine gestellt haben, ist beeindruckend:
Warum sie das alles taten? Ursula Försters Antwort ist klar: „Das ist konkret gelebter Glaube und für uns selbstverständlich.“ Pfarrer Christoph Dürig sieht das etwas anders – selbstverständlich sei dieses Engagement ganz und gar nicht. In den Pfarrnachrichten betonte er: „Ohne Ehrenamt geht es nicht. Manche prägen mit ihrem Engagement Jahrzehnte in einer Gemeinde, so wie Ursula Förster und Luise Blaeser.“1
Gesundheitsbedingt wollen Ursula und Luise nun kürzertreten – gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen Karin Görtz und Marlene Müller, die ebenfalls aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Eine große Lücke entsteht da. Doch zum Glück: Der Frechener Ehrenamtskoordinator Markus Gehringer suchte fast anderthalb Jahre lang nach Nachfolgerinnen – und wurde fündig. Drei Frauen aus Habbelrath werden die Antoniusstube ehrenamtlich weiterführen.1
Ganz weg sind Ursula und Luise aber nicht. Sie wollen vorbeikommen, die neuen Ehrenamtlerinnen einarbeiten – und endlich mal ganz in Ruhe den Kaffee und Kuchen genießen, den sie so lange für andere serviert haben. „In all den Jahren haben wir so viele nette Menschen kennengelernt, mit ihnen gelacht und geweint und Freundschaften geschlossen“, resümiert Luise Blaeser. „Wir haben das wirklich sehr gerne gemacht.“1
Ursula Förster und Luise Blaeser stehen für etwas, das NRW stark macht: Menschen, die einfach anpacken – nicht für Applaus, sondern weil es das Richtige ist. In einer Zeit, in der Einsamkeit und soziale Isolation immer größere Themen werden, braucht es genau solche „guten Seelen“. Ihr Einsatz in Frechen-Habbelrath ist ein echtes Vorbild – und ein herzliches Dankeschön ist da wirklich das Mindeste!1
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