LaVita hat den Goldenen Windbeutel 2026 gewonnen – mit 39 % der Stimmen zur dreistesten Werbelüge des Jahres gewählt.
Die Stimmen sind gezählt, das Ergebnis ist eindeutig: LaVita hat den Goldenen Windbeutel 2026 gewonnen – und damit den unrühmlichen Titel der dreistesten Werbelüge des Jahres abgeräumt. 39,2 Prozent der rund 66.000 Wählerinnen und Wähler haben dem „Mikronährstoffkonzentrat“ die Krone aufgesetzt. Herzlichen Glückwunsch, LaVita – aber nicht wirklich.1
Falls du dich fragst, was LaVita eigentlich ist: Hauptsächlich Fruchtsaftkonzentrat mit zugesetzten Vitaminen. Klingt erstmal nicht besonders revolutionär, oder? Der Hersteller sieht das naturgemäß anders – und verlangt für seinen Saft stolze 100 Euro pro Liter. Wie ist das in meinen Warenkorb gekommen? Ganz ehrlich: besser gar nicht erst.1
LaVita wirbt damit, dass der Saft „Fit fürs Leben“ mache und ein echter „Saubertrank“ sei. Vollmundiger geht’s kaum. Genau solche Versprechen stehen aber im Zentrum der Kritik, denn sie suggerieren, dass man mit einem täglichen Schluck LaVita rundum versorgt ist – und das für satte 100 Euro pro Liter.1
Prof. Dr. Diana Rubin, Leiterin des Zentrums für Ernährungsmedizin und Diabetologie am Vivantes Humboldt Klinikum, bringt es auf den Punkt: Die Werbung suggeriere, LaVita sei die natürliche Rundum-Formel für ein fittes, gesundes Leben. Ihre klare Empfehlung lautet aber: „Die tägliche Basis der Gesundheit ist eine ausgewogene Ernährung. Wenn man einen Nährstoffmangel vermutet, sollte man zunächst ärztlichen Rat einholen, statt zu hochdosierten und teuren Mitteln wie LaVita zu greifen.“1
Mit anderen Worten: Bevor ihr euer Geld für teuren Saft ausgebt, lieber erstmal zum Arzt. Das ist zwar weniger glamourös als ein „Saubertrank“, aber dafür deutlich sinnvoller – und günstiger.
Der Goldene Windbeutel 2026 war kein Kopf-an-Kopf-Rennen. LaVita setzte sich mit 39,2 Prozent klar gegen vier weitere nominierte Produkte durch. Zum Vergleich die komplette Abstimmung:1
Rund 66.000 gültige Stimmen gingen seit Mitte Juni im Wahlzeitraum ein. LaVita gewann also mit fast doppelt so vielen Stimmen wie der Zweitplatzierte – das nennt man wohl einen klaren Sieg, wenn auch einen, auf den man lieber verzichtet hätte.1
Nach der Kritik von foodwatch hat LaVita reagiert. Den Slogan „Fit fürs Leben“ will das Unternehmen erneut rechtlich prüfen lassen. Die Werbung mit dem Begriff „Saubertrank“ wurde laut eigenen Angaben bereits gestoppt. Außerdem räumt LaVita ein, dass nicht alle Zutaten „restlos“ zu 100 Prozent natürlich sind.1
Ob das reicht? Für die Verbraucherinnen und Verbraucher, die in der Vergangenheit 100 Euro pro Liter für das Produkt ausgegeben haben, kommt diese Einsicht wohl etwas spät.
foodwatch verleiht den Goldenen Windbeutel in diesem Jahr übrigens bereits zum 15. Mal – ein Preis, den niemand wirklich haben will, der aber umso wichtiger ist. Denn er zeigt: Verbraucherinnen und Verbraucher haben ein Auge auf irreführende Gesundheitsversprechen und lassen sich nicht so leicht täuschen.1
Also: Augen auf beim nächsten Einkauf! Gerade im Gesundheitsbereich gilt – nicht alles, was teuer und vollmundig beworben wird, hält auch wirklich, was es verspricht. Eine ausgewogene Ernährung und im Zweifelsfall ein Gang zum Arzt sind die bessere Wahl – und meistens auch die günstigere.
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