Sinatra und ein Pferd auf der Bühne: Ruhrtriennale startet
Das Festival Ruhrtriennale in einstigen Fabriken des Reviers muss angesichts von 17 Millionen Euro Jahresetat hohe Ansprüche erfüllen. Die Organisatoren versprechen ein «fulminantes Programm».


Essen/Bochum (dpa/lnw) - Die Feuilletons glücklich machen und gleichzeitig den ganz normalen Ruhri mitnehmen - das ist nach den Worten von NRW-Kulturministerin Ina Brandes der schwierige Balance-Akt der Ruhrtriennale. Für die aktuelle Saison des hochkarätigen Musik-, Theater- und Tanzfestivals in einstigen Industriehallen des Ruhrgebiets versprach Geschäftsführerin Vera Battis-Reese am Mittwoch ein «fulminantes Programm». Das Festival dauert vom 21. August bis 21. September.
Eröffnet wird das Festival wie im Vorjahr mit einer Musik-Theaterproduktion des belgischen Intendanten Ivo Van Hove - 2025 unter dem Motto «I did it may way» zu Musik von Frank Sinatra und der US-Pianistin Nina Simone. Die Hauptrollen spielen die aus Gelsenkirchen stammende Sängerin Larissa Sirah Herden (Lary) und der deutsche Schauspieler Lars Eidinger.
Er knackte Enigma und wurde dennoch verfolgt
Zu den herausragenden Inszenierungen zählt außerdem das multimediale Theaterstück «Oracle» (Lukasz Twarkowski), wie Van Hove sagte. Es geht dabei um den Computerpionier Alan Turing, der im Zweiten Weltkrieg den deutschen Verschlüsselungscode Enigma knackte und dennoch von der eigenen Regierung wegen seiner sexuellen Orientierung verfolgt wurde.
Akrobatik und ein Pferd auf der Bühne
In der deutschen Erstaufführung «Falaise» (deutsch: Klippe) spielt die französisch-katalanische Tanz- und Theatertruppe Baro d´evel - ein akrobatisches Stück mit Verrenkungen, Slapstick und Tieren auf der Bühne - darunter ein weißes Pferd. Zu den eher nachdenklichen Angeboten zählt etwa eine achtstündige Orgel-Meditation in der Kirche von Essen-Katernberg.
70.000 Besucherinnen und Besucher im Vorjahr
Insgesamt sind 35 Produktionen und Projekte mit rund 630 Künstlerinnen und Künstlern geplant. Im Vorjahr habe Van Hove dabei mit etwa 70.000 Besuchern und einer äußerst erfolgreichen Eröffnungsproduktion die Latte sehr hoch gelegt, sagte Ministerin Brandes.
Die Ruhrtriennale in einstigen Industrieanlagen der Region - 2025 in Bochum, Duisburg, Essen und Gladbeck - zählt mit einem Jahresetat von rund 17 Millionen Euro bundesweit zu den sehr gut ausgestatteten Festivals. Etwa 80 Prozent des Geldes sind Fördermittel vor allem des Landes NRW und des Regionalverbandes Ruhr sowie mehrerer Stiftungen. Jeweils für drei Jahre leitet ein Intendant oder eine Intendantin das Festival.