Die EU fördert den Bau eines Güterterminals bei Aachen mit 29,3 Millionen Euro. Was das für Stolberg und den Schienenverkehr in NRW bedeutet, liest du hier.
Gute Neuigkeiten für die Region Aachen: Die EU-Kommission hat eine deutsche staatliche Beihilfe in Höhe von 29,3 Millionen Euro genehmigt. Mit dem Geld soll der Bau eines multimodalen Schienen-Straßen-Güterverkehrsterminals am Hauptbahnhof Stolberg gefördert werden, dem sogenannten EUREGIO-Terminal. Die Förderung geht als direkter Zuschuss an die EVS EUREGIO Verkehrsschienennetz GmbH, die künftige Eigentümerin des Terminals.
Die EU-Kommission hat die Maßnahme nach den geltenden Beihilfevorschriften geprüft, unter anderem nach Artikel 93 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union sowie den Leitlinien für den Landverkehr und den multimodalen Verkehr. Das Ergebnis: Die Beihilfe sei notwendig und angemessen, um den Schienenverkehr attraktiver zu machen, der umweltfreundlicher ist als der Straßentransport und hilft, Staus zu vermeiden. Die Kommission stellte außerdem fest, dass die Investition ohne öffentliche Unterstützung gar nicht erst umgesetzt würde. Auch die Auswirkungen auf Wettbewerb und Handel zwischen den EU-Staaten seien begrenzt, weshalb die Maßnahme als verhältnismäßig eingestuft wurde.
Wie die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland mitteilt, soll das Terminal 2035 den Betrieb aufnehmen und 2037 seine volle Kapazität erreichen. Die nicht vertrauliche Fassung der Entscheidung wird unter der Fallnummer SA.122481 im Beihilferegister der Kommission veröffentlicht, sobald alle Vertraulichkeitsfragen geklärt sind.
Wie die Fachzeitschrift DVZ berichtet, soll aus dem bestehenden Güterbahnhof in Stolberg ein Umschlagterminal für den Kombinierten Verkehr werden, intern auch „Euregio Railport“ genannt. Bereits heute kommen laut Angaben der Städteregion Aachen Waren, Schüttgut oder Fertigbauteile aus Beton aus den Häfen Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam in Stolberg an und werden dort auf Züge umgeladen – auch der umgekehrte Weg ins Inland funktioniert. Nach Angaben der Städteregion wurden 2022 auf dem Gelände der EVS rund 1,5 Millionen Tonnen umgeschlagen.
Schon jetzt verfügt Stolberg laut der Eifel Tourismus GmbH über Gleise für lange Güterzüge sowie Reachstacker für den Containerumschlag. Ziel des Ausbaus ist es, Umschlaggleise für Züge mit einer Länge von bis zu 740 Metern zu errichten. Die EVS erhofft sich dadurch, dass sich Stolberg zu einem wichtigen Knotenpunkt für den Verkehr zwischen den belgischen und niederländischen Seehäfen und den Hinterlandterminals entwickeln kann.
Der Ausbau soll laut Angaben der Städteregion Aachen nicht beim Terminal selbst aufhören. Angrenzende Industrie- und Gewerbeflächen sollen zum „Logistic Mobility Campus Stolberg“ werden. Damit verbunden ist die Hoffnung auf neue Arbeitsplätze in den Bereichen Mobilität und Logistik – ein Thema, das für die gesamte Region von Bedeutung ist, schließlich geht es um mehr Jobs und eine bessere Verkehrsanbindung direkt vor der eigenen Haustür.
Mit der Genehmigung aus Brüssel ist ein wichtiger Schritt für das Projekt in Stolberg getan. Bis zur Fertigstellung dauert es zwar noch einige Jahre, aber die Weichen für einen bedeutenden Logistik-Knotenpunkt in der Region Aachen sind jetzt gestellt. Wer regelmäßig zwischen NRW und den Benelux-Ländern unterwegs ist, könnte von der geplanten Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene langfristig profitieren – weniger Lkw-Verkehr auf den Autobahnen inklusive.
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