Die Asiatische Hornisse ist jetzt in Kölns Innenstadt angekommen – direkt am Stadtgarten. Was du wissen musst und wie du helfen kannst, Nester zu melden.
Was lange als Problem der Außenbezirke galt, ist jetzt auch im Herzen von Köln angekommen: Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich bis in die Kölner Innenstadt aus – und zwar direkt in der Nähe des Stadtgartens. Für Imkerin Iris Pinkepank, Vorstandsvorsitzende des „Stadtgarten e.V.“, ist das kein abstraktes Problem, sondern bittere Realität.1
Bereits im Juni entdeckte der Stadtgarten e.V. das erste Exemplar. Seitdem hat Iris Pinkepank ganze 23 asiatische Hornissen gefangen – allesamt auf Jagd an ihren drei Bienenstöcken auf der Dachterrasse.1 Klingt erstmal nach einer überschaubaren Zahl, ist aber ein echtes Warnsignal. Denn die invasive Art hat es vor allem auf Bienen und andere bestäubende Insekten abgesehen. „Wir befürchten, dass die Bienenstöcke ausgeräubert werden“, sagt Pinkepank.1
Das wäre nicht nur ein Problem für die Honigproduktion – Bienen leisten laut der Imkerin auch in der Stadt einen wichtigen Beitrag, um die Vielfalt der Pflanzen zu erhalten. Mit anderen Worten: Was die Asiatische Hornisse frisst, fehlt Kölns Natur.1
Bisher wurde im Stadtgarten selbst noch kein Nest entdeckt. Pinkepank vermutet aber, dass es in der Nähe des Stadtgartens oder in Richtung Herkulesberg eines geben könnte.1 Die Nester der invasiven Art hängen meist in Baumkronen und können bis zu einem Meter lang werden – also durchaus schwer zu entdecken, wenn man nicht gezielt hinschaut.
Die unmittelbare Gefahr für Besucherinnen und Besucher des Stadtgartens schätzt die Imkerin aktuell als gering ein. Aber Vorsicht: „Wenn ihr Volk in Gefahr ist, werden die Hornissen extrem stichbereit“, warnt Pinkepank. Ihr klarer Rat: Nester auf keinen Fall berühren oder zu nah herantreten.1
Mit Blick auf die kommenden Monate wird die Lage ernst. Im Herbst und Winter werden Bienen weniger wehrhaft – genau dann können die Hornissen leichter in die Bienenstöcke eindringen. Und die Asiatische Hornisse ist noch bis November oder sogar Dezember aktiv.1 Dazu kommt: Je wärmer es insgesamt wird, desto weiter wandert die Art nach Norden. Eine Entwicklung, die sich in NRW bereits seit mehreren Jahren beobachten lässt.1
Der Stadtgarten e.V. bittet jetzt um eure Mithilfe. Wenn ihr eine Asiatische Hornisse oder sogar ein Nest entdeckt, meldet das bitte auf dem Portal „Neobiota“ vom Landesumweltamt NRW. So sollen unter anderem die Standorte von Nestern eingegrenzt werden.1 Besonders wertvoll: Hinweise von Menschen, die von ihren Häusern aus in Baumkronen schauen können.
Die Asiatische Hornisse ist kein Stadtgespräch mehr – sie ist mitten in der Stadt. Für Imkerin Iris Pinkepank und ihre Bienen ist das eine echte Bedrohung, die schnelles Handeln erfordert. Umso wichtiger, dass wir alle aufmerksam bleiben und Sichtungen melden. Jede Meldung kann helfen, Nester zu finden und rechtzeitig zu entfernen. Also: Augen auf beim nächsten Spaziergang am Stadtgarten!1
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!