Auffangstationen in NRW sind wegen der Hitze am Limit: Eichhörnchen und Igel kommen dehydriert an. Wie du jetzt einfach helfen kannst, erfährst du hier.
Die anhaltende Hitze und Trockenheit in NRW macht nicht nur uns Menschen zu schaffen. Wie wir in einem früheren Beitrag bereits über die dramatische Situation der Fische in der Issel berichtet haben, zieht sich die Naturkatastrophe jetzt durch die gesamte Tierwelt – und erreicht die Auffangstationen in NRW mit voller Wucht. Eichhörnchen, Igel und Co. sind am Ende ihrer Kräfte, und die Ehrenamtlichen, die ihnen helfen, auch.1
Gerlinde Heimann betreibt seit 15 Jahren eine Eichhörnchen-Auffangstation in Bergisch Gladbach. Aktuell versorgt sie dort 43 Eichhörnchen und mehrere Siebenschläfer – und das bei einer Auslastung, die rund 50 Prozent höher liegt als vor der Hitzewelle. Ihr Fazit klingt alarmierend:1
„Es ist eine Katastrophe. Sowas habe ich noch nie erlebt. Die Tiere kommen wirklich in einem desolaten Zustand. Sie sind dehydriert, krank und haben teilweise schon Organschäden.“
Die Ursache: Eichhörnchen nisten nicht nur in hohen Bäumen, sondern auch unter Dächern und auf Fensterbrettern. Dort wird es für Jungtiere in der Hitze so unerträglich, dass sie einfach herunterspringen – und dann von ihren Müttern nicht mehr angenommen werden, weil diese sich nicht um verletzte Junge kümmern.1
Die Tiere, die zu Heimann gebracht werden, sind meist total ausgetrocknet. Augen stehen hervor, Schlucken ist kaum möglich. Besonders erschreckend: Manche männliche Jungtiere trinken in ihrer Verzweiflung sogar ihren eigenen Urin und erleiden dadurch schwere Entzündungen. Die Regeneration, die normalerweise zwei bis drei Tage dauert, zieht sich aktuell bis zu 14 Tage hin. Alle drei Stunden müssen die Jungtiere mit der Flasche gefüttert werden.1
Erschwerend kommt hinzu: Die Außengehege sind bereits voll mit Eichhörnchen, die eigentlich längst wieder ausgewildert werden könnten – aber das ist bei diesen Temperaturen schlicht unmöglich. „Die Tiere würden innerhalb von Stunden sterben. Die finden ja nichts mehr, kein Wasser und kein Futter“, sagt Heimann.1
Auch die Igelstation in Sankt Augustin meldet Vollalarm. Was früher die ruhigste Zeit des Jahres war – der Sommer – ist heute reiner Dauerbetrieb. „Da konnte man auch mal in den Urlaub fahren. Heute ist hier Dauerbetrieb“, sagt die Betreiberin der Station.1
Der Grund: Die ausgetrockneten Böden bieten Igeln kaum noch Nahrung. Würmer, Käfer, Insekten – alles fehlt. Aktuell versorgt die Betreiberin 21 Igelbabys, einige davon müssen per Hand gefüttert werden. Die Boxen stehen direkt neben ihrem Bett, damit sie nachts nicht alle zwei Stunden aufstehen muss. Ob alle Jungtiere überleben werden, ist ungewiss.1
Die gute Nachricht: Du musst kein Profi sein, um einen Unterschied zu machen. Schon kleine Gesten helfen den Wildtieren durch die heißen Tage – genau wie engagierte Bürgerinnen und Bürger rund um Hamminkeln bewiesen haben, dass lokales Handeln zählt.2 Hier ein paar einfache Tipps:1
Die Situation in den Auffangstationen zeigt: Die Hitzewelle trifft die Natur in NRW mit einer Wucht, die viele so noch nicht erlebt haben. Ob Fische in ausgetrockneten Flüssen oder dehydrierte Eichhörnchen auf dem Fensterbrett – die Natur sendet gerade überall Notsignale. Haltet die Augen offen, handelt schnell und helft mit – denn jede Schale Wasser kann Leben retten.1
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