Nach jahrelangem Lärmstreit ist Schluss: Die Bielefelder Kultkneipe «Am Bach 17» muss laut Gerichtsurteil endgültig schließen. Alle Hintergründe im Überblick.
Das war’s dann wohl: Die Bielefelder Kneipe «Am Bach 17» muss für immer dichtmachen. Wie das Westfalen-Blatt berichtet, hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster im Eilverfahren die Beschwerde der Wirtin Teresa Eickermann abgewiesen. Der Widerruf ihrer gaststättenrechtlichen Erlaubnis ist damit sofort wirksam – und zwar endgültig, denn gegen diese Entscheidung gibt’s keine Rechtsmittel mehr.
Angefangen hat alles mit Beschwerden von Anwohnern wegen Lärmbelästigung. Schon im Sommer 2017 hatte die Stadt Bielefeld deswegen die Schließung verfügt. Teresa Eickermann klagte dagegen, durfte aber bis zur Gerichtsentscheidung weitermachen. Laut OVG-Sprecher Dirk Rauschenberg setzt der Widerruf einer gaststättenrechtlichen Erlaubnis voraus, dass die Betreiberin unzuverlässig ist – und genau das habe schon das Verwaltungsgericht Minden im März festgestellt. Der Grund: zahlreiche Bußgeldverstöße wegen Lärm und das Versäumnis, notwendige Schallschutzmaßnahmen umzusetzen.
Nach Angaben des Westfalen-Blatts erklärte Anwalt Burkhard Zurheide, dass ein Umbau der Kneipe zur Einhaltung der Lärmschutzrichtlinien für seine Mandantin schlicht zu teuer gewesen sei. Immerhin gibt’s einen kleinen Hoffnungsschimmer: Die Brauerei Barre aus Lübbecke, die als Verpächter fungiert, will mit Teresa Eickermann über eine Neueröffnung an einem anderen Standort in Bielefeld sprechen. Verkaufsleiter Mike Eickhof von der Brauerei Barre wird zitiert mit dem Ziel, gemeinsam ein geeignetes Objekt zu finden. Für eine Neueröffnung wäre allerdings eine neue Gaststättenerlaubnis nötig.
Teresa Eickermann hatte die Kneipe 2006 übernommen. Über die Jahre entwickelte sich «Am Bach 17» zu einem echten Kultort mit treuem Stammpublikum – gleichzeitig blieben die Lärmbeschwerden der Nachbarschaft ein Dauerthema. Als die Schließungsverfügung 2017 kam, reagierten viele Fans fassungslos. Eine Online-Petition wurde gestartet, und im August 2017 übergaben die Initiatoren laut Westfalen-Blatt 2955 Unterschriften an Oberbürgermeister Pit Clausen, um die Schließung noch zu verhindern.
Ganz ohne Übergang muss die Kneipe trotzdem nicht dichtmachen: Mit der Stadt wurde eine Auslauffrist vereinbart, sodass «Am Bach 17» laut Anwalt Zurheide zumindest bis Ende des Monats noch geöffnet bleiben durfte. Danach war endgültig Schluss für die Bielefelder Institution.
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