Batterie-Recycling-Zentrum in Ibbenbüren: Aktueller Stand und Perspektiven für NRW.
In Ibbenbüren bei Münster gibt es Pläne für ein „Zentrum für zirkuläre Wertschöpfung Batteriezelle“ (ZZWB) auf einem ehemaligen Zechengelände. Das Vorhaben soll nicht nur die Forschung zu Batteriezellen voranbringen, sondern auch Investitionen von über 70 Millionen Euro in die Region lenken. Trotz einer Absichtserklärung des Landes NRW aus dem Jahr 2022 stockt die konkrete Umsetzung. EUWID Recycling und Entsorgung
Für das geplante Zentrum ist vorgesehen, Batterien zu entladen, zu demontieren und Flussschemata zur Rückgewinnung wichtiger Metalle wie Nickel, Lithium und Kobalt zu erarbeiten. Die Finanzierung soll maßgeblich durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erfolgen. Ein Konsortium unter Beteiligung der Fachhochschule Münster, der Universität Münster (MEET) sowie der RWTH Aachen soll einen entsprechenden Förderantrag vorbereiten. Initiatoren aus der Region investieren zum Antragsstart 25.000 Euro.
Das Projekt ist eng mit der Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) in Münster verknüpft. In einem früheren deutschlandweiten Standortwettbewerb für ein Batterieforschungszentrum spielte das Recyclingangebot aus Ibbenbüren bereits eine Rolle. Die NRW-Landesregierung nennt als Ziel, eine europäische Batteriezellproduktion aufzubauen, um die Abhängigkeit von Anbietern aus Fernost zu verringern.
Für Nordrhein-Westfalen als großes Energie- und Industrieland hat die Batterieforschung erhebliche Bedeutung. Die Landesregierung sieht Batterierecycling als integralen und anwendungsorientierten Baustein der eigenen Forschungsstrategie. Geplant ist zudem, am Standort einen Recycling-Cluster zu etablieren, um Startups und ansiedlungswilligen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) Perspektiven zu bieten.
Nach Angaben der Landesregierung wurde zuletzt im Januar eine Förderkonferenz unter Einbindung verschiedener Ministerien und Behörden abgehalten, um die Finanzierung aus dem EFRE-Programm voranzutreiben. Das Konsortium rechnete laut Quellen im Frühjahr 2024 mit einem möglichen Projektstart im Jahr 2025. Zum aktuellen Stand liegen keine neuen Fortschritte oder abgeschlossene Baumaßnahmen vor. Die künftige Entwicklung hängt insbesondere von der Bewilligung der Fördermittel ab.
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