Baum stürzt in Herdecke auf die Straße – der Notruf nennt als Ort das Haus von Jürgen Klopp. Doch der Einsatz wird für Anwohner richtig gefährlich.
Manchmal schreibt das Leben einfach die besten Geschichten. In Herdecke ist heute ein Baum auf die Straße gestürzt – eigentlich ein ganz normaler Feuerwehreinsatz. Wäre da nicht die Art und Weise gewesen, wie die Einsatzstelle im Notruf beschrieben wurde: Vor dem Haus von Jürgen Klopp sei der Baum umgekippt.1 Klar, dass sowas für Gesprächsstoff sorgt, schließlich war der heutige Fußball-Bundestrainer früher mal Herdecker Bürger.1
Ganz so easy wie die lustige Ortsangabe war der Einsatz für die Feuerwehr dann aber nicht. Mehrere falsch parkende Autos haben die Anfahrt des großen Löschfahrzeugs ziemlich erschwert.1 Nach dem Eintreffen haben die Einsatzkräfte erstmal die Stelle gesichert, bevor sie sich an den Baum gemacht haben. Mit der Seilwinde wurde er von der Fahrbahn gezogen und anschließend mit der Motorkettensäge zerkleinert.1 Das Schnittgut landete am Straßenrand und wurde mit Flatterband abgesperrt, die Fahrbahn grob gesäubert. Um die restliche Entsorgung kümmert sich jetzt der Eigentümer.1
Ganz ohne Schäden ging die Aktion leider nicht über die Bühne: Ein Jägerzaun und eine Straßenlaterne wurden bei dem Sturz leicht beschädigt.1 Der Betriebshof war deshalb mit einem Elektriker vor Ort, um sich um die Laterne zu kümmern.1
Richtig kritisch wurde es dann während des Seilwindeneinsatzes. Einige Anwohner haben die Gefahr des Geräts offenbar ziemlich unterschätzt und sich erstmal im Gefahrenbereich aufgehalten.1 Erst nach deutlicher Ansage und einer Diskussion mit dem Einsatzleiter haben sie den Bereich verlassen, damit die Seilwinde sicher eingesetzt werden konnte.1 Auch wenn es sich um privaten Grund gehandelt hat, war die Stelle dadurch nicht weniger gefährlich.1
Die Feuerwehr Herdecke macht nochmal klar, wie ernst sowas ist: Reißende Seile oder sich lösende Lasten können lebensgefährlich sein.1 Deshalb die klare Bitte: Den Anweisungen der Einsatzkräfte immer sofort Folge leisten – und zwar ohne lange zu diskutieren.1 Laut Feuerwehr ist das leider mal wieder ein Beispiel für unnötige Diskussionen an Einsatzstellen, die eigentlich gar nicht sein müssten.1
Am Ende zeigt die kuriose Meldung vor allem eins: Der ehemalige BVB-Trainer und heutige Bundestrainer ist vielen Herdecker Bürgerinnen und Bürgern immer noch positiv in Erinnerung geblieben.1 Sonst würde man ja wohl kaum auf die Idee kommen, eine Einsatzstelle im Notruf nach ihm zu benennen. Für die Feuerwehr war’s trotzdem ein ganz normaler, aber nicht ganz ungefährlicher Arbeitstag – mit einer Prise Promi-Faktor als Bonus.
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