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Braunkohle-Ausstieg 2030 in NRW: Kommt die Verlängerung bis 2033?
6. August 2026

Bleibt es beim Braunkohle-Ausstieg 2030 in NRW oder verlängert sich die Laufzeit bis 2033? Wir erklären dir, was gerade auf dem Spiel steht.

Wackelt der Kohleausstieg in NRW?

Eigentlich war alles klar: In Nordrhein-Westfalen sollte schon 2030 Schluss sein mit der Braunkohle-Verstromung – acht Jahre früher als im Rest Deutschlands. Doch jetzt steht diese Entscheidung auf der Kippe. Eine wichtige Frist rückt näher, und die zuständige Bundesbehörde ist noch nicht fertig. Was das für uns in NRW bedeutet, erklären wir dir hier.1

Was steckt hinter dem Stichtag 15. August 2026?

Ende 2022 hatte der Bundestag beschlossen, dass die drei Braunkohleblöcke Neurath F und G sowie Niederaußem K im Rheinischen Braunkohlerevier im Jahr 2030 vom Netz gehen. Aber: Es gab einen Vorbehalt. Bis zum 15. August 2026 kann der Bund die Notbremse ziehen und die Laufzeit verlängern. Dafür müsste die Bundesregierung einen Revisionsbericht vorlegen – und genau der ist laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie noch nicht fertig.1

Die Folge: Die Entscheidung verzögert sich. Und das bedeutet möglicherweise, dass die Kraftwerksblöcke in eine Reserve überführt werden und bis Ende 2033 am Netz bleiben könnten. Aus dem geplanten Ausstieg 2030 würde dann eine Verlängerung um drei weitere Jahre.1

Politik in NRW – jeder zieht in eine andere Richtung

In der NRW-Politik herrscht alles andere als Einigkeit, wenn es um den Braunkohle-Ausstieg geht. Die schwarz-grüne Landesregierung hält grundsätzlich am vorgezogenen Kohleausstieg fest und setzt auf den Ausbau von Solar- und Windenergie. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) betonte im Frühjahr gegenüber dem WDR: „Wir haben es geschafft, uns freizukämpfen und den Hochlauf der ‚Erneuerbaren‘ wirklich mit den Regionen zusammen zum Erfolg zu führen.“1

Die oppositionelle SPD fordert dagegen mehr Transparenz. SPD-Fraktionsvize Alexander Vogt kritisiert, die Landesregierung verschweige bis heute, auf welcher Grundlage seinerzeit die Entscheidung für den vorgezogenen Kohleausstieg getroffen wurde – und welche Risiken dabei in Kauf genommen worden seien.1

Noch weiter geht die FDP. Fraktionschef Henning Höne stellt offen die Frage, ob man den vorgezogenen Ausstieg im Zweifelsfall rückabwickeln müsse – und nennt neben dem Klimaschutz auch Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit des Stroms als entscheidende Faktoren.1

Wirtschaft schlägt Alarm

Auch aus der NRW-Wirtschaft kommt deutliche Kritik. Bayer-Chef Bill Anderson warnte bei der Vorlage aktueller Geschäftszahlen, dass fehlende Versorgungssicherheit eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstelle – und beobachte bereits eine Abwanderung der Industrie aus Deutschland und Europa.1

Noch klarer formulierte es Evonik-Chef Christian Kullmann in der Rheinischen Post. Der Chef des Essener Chemiekonzerns sprach sich offen für eine Verschiebung des Kohleausstiegs aus und begründete das so: „Wir werden die Kohle mindestens bis 2033 benötigen, voraussichtlich länger.“ Es gebe schlicht nicht genug Gaskraftwerke, um die Versorgung zu sichern.1

Gaskraftwerke sollen die Lücke schließen – aber wann?

Um den Wegfall der Braunkohle aufzufangen, haben Bundestag und Bundesrat erst vor wenigen Wochen den Weg freigemacht für den Bau neuer Gaskraftwerke. Die Ausschreibungen sollen noch in diesem Jahr starten, spätestens Ende 2031 sollen die neuen Anlagen am Netz sein. Sie sollen dann einspringen, wenn Solar- und Windkraft nicht ausreichend liefern können.1

Was kommt jetzt?

Stand heute ist die Lage offen. Der entscheidende Evaluationsbericht des Bundes fehlt noch, die Frist läuft und die politischen Lager in NRW sind gespalten. Ob der Braunkohle-Ausstieg 2030 in NRW wie geplant kommt oder die Kraftwerke doch bis 2033 weiterlaufen – das wird sich in den nächsten Tagen und Wochen entscheiden. Wir bei Antenne NRW halten dich auf dem Laufenden, was in unserer Region passiert.1

Quellen

  1. Tagesschau/WDR: Entscheidung verzögert sich – Braunkohle-Ausstieg 2030 vor dem Aus?


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