Foto wurde mit
KI generiert
Milliarden-Stromtrasse A-Nord: So wird der Niederrhein fit für die Energiewende
6. August 2026

Drei Milliarden Euro, 300 Kilometer Erdkabel, 60 Baustellen in NRW: Das Projekt A-Nord bringt Windstrom vom Norden an den Niederrhein – hier sind alle Infos.

Windstrom aus dem Norden – mitten durch NRW

Stell dir vor, ein riesiger Kabelpflug drückt orangene Rohre zwei Meter tief in den Boden – und das auf einem ganz normalen Acker bei Tönisvorst. Klingt verrückt, oder? Ist aber gerade Realität am Niederrhein! Das Projekt dahinter heißt A-Nord und kostet stolze drei Milliarden Euro. Die rund 300 Kilometer lange Gleichstromverbindung führt von Emden an der Nordsee bis nach Osterath im Rhein-Kreis Neuss – und soll künftig Windstrom aus dem Norden direkt in den Süden des Landes transportieren.1

An 60 Stellen gleichzeitig im Einsatz

Was steckt hinter dem ganzen Aufwand? Alleine in Nordrhein-Westfalen werden gerade an 60 Stellen Leerrohre verlegt, durch die später die Erdkabel gezogen werden. Bagger heben dafür breite Gräben aus – unter anderem an mehreren Stellen in Willich und Tönisvorst. Simon Jungbluth, Regionalleiter für den Tiefbau am Niederrhein, erklärt, warum der Spezial-Kabelpflug dabei so praktisch ist:1

„Der Kabelpflug kann ungefähr einen Strang von 1000 Metern an einem Tag einpflügen. Umso länger die Strecke ist, umso schneller ist er.“

Der Pflug wurde extra aus dem Kreis Borken an den Niederrhein transportiert und kann nur bei bestimmten Bodenverhältnissen eingesetzt werden – dann aber läuft alles deutlich schneller als mit dem klassischen Bagger-Graben.1

Der Großkonverter in Meerbusch geht bald in Betrieb

Ein paar Kilometer südlich, in Meerbusch, geht ein weiteres Herzstück des Projekts auf die Zielgerade: der Großkonverter. Jahrelang gab es Proteste rund um das Bauwerk – jetzt ist es nahezu fertiggestellt. Der Konverter ist die zentrale Schaltstelle für den Stromtransport: Hier kann Strom aus den A-Nord-Erdkabeln eingespeist und entnommen werden, außerdem ist er an neue Hochspannungsleitungen in Richtung Baden-Württemberg angebunden. Schon im Dezember soll der Testbetrieb starten.1

Warum das für NRW so wichtig ist

Durch den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung braucht NRW dringend Alternativen für die Stromversorgung. Das Land ist besonders auf eine sichere und günstige Energieversorgung angewiesen – hier haben sich besonders viele energie-intensive Industrien angesiedelt, zum Beispiel aus der Stahl-, Chemie- und Papierbranche. A-Nord ist daher kein Luxusprojekt, sondern ein echter Gamechanger für die Energiewende in der Region.1

Schwindelfreie Profis über dem Rhein bei Voerde

Und als wäre das noch nicht genug: Auch am Rhein bei Voerde ist Amprion gerade im Einsatz. Eine alte 380.000-Volt-Stromtrasse aus den 1920er Jahren wird erneuert und verstärkt. Spezialisten hängen dabei in schwankenden Gondeln in 40 bis 80 Meter Höhe über dem Rhein und montieren Abstandshalter – die verhindern, dass die Seile bei Wind aneinander peitschen und Schäden entstehen. Projektleiter Claudio Pinto und Bauleiter João Vicente betonen: Die Männer sind alle Quereinsteiger, die sechs bis zwölf Monate geschult werden, bevor sie mit erfahrener Begleitung in den Seilfahrkorb dürfen.1

Das Amprion-Projekt bei Voerde ist übrigens nur ein Provisorium: Die endgültige Leitung soll später unter dem Rhein hindurchführen. Bis dahin sorgt die oberirdische Trasse für die Stromversorgung am Niederrhein.1

Fazit: Die Energiewende nimmt Form an

Von Tönisvorst über Meerbusch bis nach Voerde – am Niederrhein tut sich gerade richtig viel. Das Milliarden-Projekt A-Nord zeigt, wie viel Aufwand hinter der Energiewende steckt. Windstrom aus dem Norden soll schon bald dort ankommen, wo er gebraucht wird – und das ist für NRW und seine Industrie ein echter Schritt nach vorne.1

Quellen

  1. Tagesschau/WDR: Milliarden-Stromtrasse für die Energiewende (05.08.2026)


Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2026 The Radio Group Holding GmbH

Newsletter

Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven! 

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich.