ANTENNE NRW Spritpreis-Rechner

Foto wurde mit
KI generiert
Büffel-Power im Hornpott: So pflegen Wasserbüffel ein Kölner Naturschutzgebiet
24. Oktober 2026

Wasserbüffel pflegen das Naturschutzgebiet Am Hornpottweg in Köln und halten Sumpfflächen offen.

Wenn Büffel zu Landschaftsgärtnern werden

Im Kölner Naturschutzgebiet Am Hornpottweg läuft was Besonderes: Dort sorgen Wasserbüffel dafür, dass die Landschaft nicht zuwuchert. Das Gebiet liegt im Nordosten von Köln, direkt an der Grenze zu Leverkusen, mitten im Wald. Was früher mal eine Kiesgrube war, ist heute ein echtes Naturparadies mit Sumpfflächen, Röhrichten und trockenen Sandmagerrasen. Und genau diese Vielfalt wollen Naturschützer erhalten – mit tierischer Unterstützung.

Von der Kiesgrube zum wertvollen Lebensraum

Die Geschichte des Gebiets reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Nach dem Ende der Trockenauskiesung 1976 bildete sich durch den Grundwasseranstieg eine Wasserfläche, und plötzlich siedelten sich jede Menge Vögel an. 1983 wurde die Fläche offiziell als Naturschutzgebiet geschützt, nachdem das Land Nordrhein-Westfalen die Kiesgrube 1982 erworben hatte. Laut Stadt Köln wurden bei einer Untersuchung 2015 ganze 69 Vogelarten nachgewiesen, 41 davon als Brutvögel. Auch der stark gefährdete Laubfrosch fühlt sich hier wohl.

Das Problem: Ohne Pflege würde das Gebiet nach und nach zuwachsen. Bäume und Sträucher würden die offenen Flächen übernehmen und genau die Arten verdrängen, die auf Offenland angewiesen sind – von der Krickente bis zur Zauneidechse.

Galloway-Rinder reichen nicht aus

Schon seit 2012 grasen Galloway-Rinder im Gebiet und halten die trockeneren Hänge offen. 2020 waren es laut Stadt Köln acht Tiere. Doch die sumpfigen und wechselfeuchten Bereiche mieden die Rinder – genau dort, wo sich zwischen 2016 und 2020 die Gehölze besonders stark ausgebreitet hatten. 2016 mussten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Biologischen Station Leverkusen-Köln den Bereich sogar von Hand freiräumen.

Deshalb kam im April 2020 Verstärkung dazu: zwei Wasserbüffel. Die Tiere mögen nasse Füße und machen genau da weiter, wo die Galloway-Rinder aufhören. Mit ihrem Verbiss halten sie die sumpfigen Flächen frei, die sonst schnell wieder zuwachsen würden. Möglich gemacht hat das ein gemeinsames Projekt der Stadt Köln mit der NABU Naturschutzstation Leverkusen-Köln. Wie die Plattform kommbio.de berichtet, haben bei der Umsetzung die Bezirksregierung Köln, die Untere Naturschutzbehörde und die Naturschutzstation eng zusammengearbeitet. Das Projekt lief von Mai 2019 bis April 2020 und wurde von der Stadt Köln gefördert.

Warum das Ganze so clever ist

Die Idee dahinter: Statt ständig mit Mähmaschinen und Handarbeit gegen den Gehölzaufwuchs anzukämpfen, übernehmen die Tiere einen Großteil der Arbeit einfach von selbst. Laut Stadt Köln orientiert sich das Konzept an der Wirkung, die große pflanzenfressende Säugetiere natürlicherweise auf Landschaften haben. Klingt simpel, spart aber jede Menge Aufwand und Geld – und sorgt gleichzeitig dafür, dass seltene Arten wie der Laubfrosch oder der Zwergtaucher ihren Lebensraum behalten. Der Zwergtaucher brütet übrigens regelmäßig im Nordbecken des Gebiets und baut sein Nest freischwimmend auf Wasserpflanzen.

Für Spaziergänger ein echtes Highlight

Das Hornpott-Gebiet ist nicht nur für Tiere und Pflanzen wichtig, sondern auch für Menschen, die hier eine ruhige Runde drehen wollen. Laut kommbio.de ist die stille Naherholung an der Schnittstelle zwischen Köln und Leverkusen von hoher Bedeutung, und viele Spaziergänger hoffen auf einen Blick auf die Galloways und Wasserbüffel. Wichtig dabei: Der Elektrozaun rund um das Areal sichert die Weidetiere ab und sollte unbedingt in Ruhe gelassen werden. Außerdem gilt laut Stadt Köln ein Fütterungsverbot für Rinder und Büffel, und Hunde müssen im gesamten Gebiet an der Leine bleiben.

So zeigt das Naturschutzgebiet Am Hornpottweg, wie Naturschutz und Naherholung zusammenpassen können – mit ein bisschen Hilfe von Büffeln mit Hörnern, die ganz nebenbei die Artenvielfalt retten.

Quellen


Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2026 The Radio Group Holding GmbH

Newsletter

Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven! 

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich.